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Wohnen und Begegnen am Kohlistieg

Am Kohlistieg in Riehen entsteht in einem Park eine genossenschaftlich getragene Überbauung mit 98 Wohnungen, verteilt auf 8 freistehende Baukörper. Die ersten Mieter konnten im März 2017 ihre Wohnungen beziehen. 

Kohlistieg in Riehen

Leitgedanke des Entwurfs ist die Assoziation von Blüten – schwebende, radial aufgebaute Strukturen. Architektonische Umsetzung findet der Gedanke in den Gebäudegrundformen über Spiegelung und Drehung für verschiedene Blick- und Wohnungsausrichtungen sowie mehrseitige Belichtung. «Unsere Umsetzung der Vorgaben war unkonventionell», meint Margot Meier, verantwortliche Partnerin bei Rapp Architekten. «Wir wollten die durch den Bebauungsplan vorgegebene Gebäudeanordnung aufbrechen und damit die Bauten für ein breiteres Zielpublikum interessant machen.» Dass die Wohnungen Interessenten aus allen Generationen ansprechen, war das Ziel des Wohnbau-Genossenschaftsverbands Nordwest (wgn). Seniorenwohnungen mit angeschlossenem Serviceangebot des benachbarten Alterspflegeheims Humanitas Riehen sind ebenso vorgesehen wie grosse Familienwohnungen für Mehrpersonenhaushalte und flexible Wohnräume für die Vor- und Nachfamilienphase. Eine Tiefgarage bietet Platz für die Privatfahrzeuge der Mieterschaft und der Mitarbeitenden des Alterspflegeheims. Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) hat diesem Konzept im Rahmen des Wohnungs-Bewertungs-Systems einen hohen Gebrauchswert attestiert. Dank der hohen Punktzahl in den drei Bereichen Wohnstandort, Wohnanlage und Wohnung erhielt das Projekt maximale Fördermittel zugesprochen.

Die Vorgabe des wgn war ein zukunftsorientiertes Konzept der Nachhaltigkeit. Zeitgemäss, langlebig und wertbeständig – so lässt sich der Ausbaustandard der Wohnräume zusammenfassen. Wesentliche Elemente sind nebst der zentralsymmetrischen Grundrissanordnung die grosszügigen Balkone sowie die hinterlüftete, helle Terrakotta-Fassade.

Die Gestaltung des Aussenraums spiegelt die örtliche Charakteristik und die gute Wohnqualität von Riehen wider. Auch heute noch prägen zahlreiche herrschaftliche Häuser, eingebettet in grosszügige Parkanlagen, das Bild der Gemeinde. So ergänzt eine sorgfältig gestaltete barrierefreie Gartenanlage die Wohnbauten. Das Motto «Wohnen und begegnen» ist überzeugend umgesetzt: Das nördlich der Überbauung angrenzende Freizeitzentrum Landauer ist leicht erreichbar, ohne dass eine Strasse überquert werden muss. Ebenfalls über Gehwege verbunden ist das Alterspflegeheim Humanitas mit einer Cafeteria für Bewohner und Gäste. Vor Errichtung der Wohnüberbauung hatte Rapp bereits die Sanierung der ehemaligen Deponie Landauer geleitet. Die einstige Kiesgrube war bis Ende der Sechzigerjahre als Deponie zur Ablagerung von Aushub- und Bauschutt, Hauskehricht und Dolenschlämmen genutzt worden.

Eckdaten zur Wohnüberbauung

  • Gebäudevolumen: 50’500 m³
  • Umgebungsfläche: 9‘500 m²
  • 98 Mietwohnungen Minergie-P
  • 85 Abstellplätze PW und Motorrad unterirdisch
  • 297 Veloabstellplätze


Fotos: Daniel Erne, Horgen

© Rapp AG Basel