Ob leuchtend grün, strahlend weiss oder gelb wie eine Sonnenblume, die vielen Busse fallen auf. Ihr Ziel: Paris, Amsterdam, Brüssel, Mailand, Ljubljana, Zagreb, Budapest, Wien, Prag und alle grösseren Städte in Deutschland. Täglich fahren sie auch über die Schweizer Autobahnen. Ausgelöst wurde das rasante Marktwachstum der Fernbusse durch die Anpassung des Personenbeförderungsgesetzes in Deutschland anfangs 2013. Bis heute haben verschiedene Fernbusanbieter das Netzwerk sukzessive aufgebaut, wodurch heute zwischen den grossen Städten (innerhalb Deutschlands oder über die Landesgrenze hinaus) ein getaktetes Linienfahrplanangebot besteht.

Das Personenbeförderungsgesetz (PBG) in der Schweiz verbietet ein Konkurrenzangebot zum Eisenbahn-Binnenverkehr. Das bedeutet, dass zwischen Schweizer Städten kein Linienfahrplan für Fernbusse möglich ist. Erlaubt ist hingegen der grenzüberschreitende Verkehr, womit einige Schweizer Städte mit attraktiven Verbindungen ins nahe Ausland in den Fahrplan der Fernbusanbieter aufgenommen wurden. Der grösste Teil der Fernbusse fährt aktuell via Zürich.

Ab Bern verkehren bereits heute international Fernbusse und Reisecars nach Osteuropa, Charterfahrten zu Badedestinationen oder Zubringerfahrten an grosse Häfen. National gibt es regelmässig Fahrten zu speziellen Anlässen wie Firmenausflüge, Konzerte oder Sportveranstaltungen. Ein fixer Fahrplan im eigentlichen Sinne existiert derzeit aber nur in Teilbereichen.

Das Ein- und Aussteigen findet im Car Terminal unmittelbar beim Autobahnanschluss Bern-Neufeld statt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Car oder Bus für mehrere Stunden zu parken. Aufgrund der eher rudimentären Infrastruktur und dem dadurch begründeten provisorischen Charakter bestehen Bestrebungen, das Areal infrastrukturell weiterzuentwickeln. Ziel ist es, innerhalb der nächsten Jahre einen vollwertigen Terminal zu errichten.

Rapp hat die verkehrlichen Grundlagen für die Dimensionierung des neuen Terminals erarbeitet. Dazu wurden verschiedene Verkehrscluster wie etwa Fernverbindungen nach Süd- und Osteuropa, der neue Fernbusverkehr sowie Tagesausflüge in die Region analysiert und innerhalb verschiedener Szenarien diskutiert. Gerade im Fernbusverkehr ist Bern eine attraktive Destination.

Das Resultat der Studie zeigt das mögliche Verkehrsaufkommen in einem mittel- und langfristigen Zielhorizont in verschiedenen Szenarien. Daraus wurden die notwendigen Haltekanten für das Ein- und Aussteigen abgeleitet. Die Arbeiten wurden modularisiert, um innerhalb des Konzepts flexibel auf volatile Marktentwicklungen reagieren zu können.