Aufzugsgeschichte - die Erfindung der Bremse

Mit dem absturzsicheren Fahrstuhl revolutionierte Elisha Graves Otis 1853 den Seilzug. Die Erfindung ermöglichte es, Personen mit einem Seilzug gefahrlos mehrere Etagen in die Höhe zu ziehen. Riss das Seil – sicherte die Bremse den Fahrstuhl vor dem Absturz. Damit legte Otis den Grundstein für den Hochhausbau. Derzeit können Hochhäuser bis zu einer Höhe von 500m mit einem einzigen durchgehenden Schacht vertikal erschlossen werden. Ab dieser Höhe wird das Eigengewicht des Stahlseils zu gross und es kann reissen.

Einfach speziell – jeder Lift ist anders

Je nach Verwendungszweck gibt es spezielle Liftarten oder Aufzugsformen. Die zu transportierende Ware und oder Person, die Traglast, die Transportfrequenz oder die Antriebsart (Seil oder Hydraulik) entscheiden darüber, welche Aufzugsvariante sich besonders gut eignet.

Grundlagen der Liftplanung

Die zentrale Frage in der Liftplanung ist sicherlich der Verwendungszweck. Erst wenn klar ist, was und wie oft mit einem Lift transportiert werden soll, folgen weitere wichtige Abklärungen, wie:  

  • Gebäudenutzung (Firmengebäude? Wohngebäude?)
  • Liftposition (im Gebäudekern? Aussen?)
  • Art des Liftschachtes (Freistehend? Verglast?)
  • Türen (Beidseitig? Nur auf eine Seite? Positionierung?)
  • Betriebsart
  • Erwartete Auslastung
  • Behindertengerechte Nutzung

In der Schweiz ist zudem der Gebäudestandort relevant. Steht das Gebäude in einem Erdbebengebiet gelten zusätzliche Vorschriften.

Beim Vergleich der verschiedenen Systeme sind folgende Kriterien massgebend:

  • Verwendungszweck
  • Gebäudenutzung
  • Transportfrequenz
  • Wartezeiten
  • Platzverhältnisse
  • Energieverbrauch
  • Qualität von Verschleiss- und Bauteilen
  • Lärmemissionen
  • Wartungsintervall
  • Belüftungsmöglichkeiten

Und nicht zuletzt der Stromverbrauch, bei den Fahrten und im Ruhezustand.

Praxisbeispiel – Die Liftplanung im Spital

Patientinnen und Patienten, Besuchende, Pflegekräfte, ärztliche Fachpersonen und Waren; Im Spital bewegt sich Einiges. Brisantes Thema ist dort meist
der Platzbedarf und die Position. Lifttüren benötigen Platz, wobei der Bedarf je nach Anbieter leicht variieren kann. Werden Aufzugstüren vorne und hinten montiert, verdoppelt sich der Platzbedarf. Dadurch entscheiden oft wenige Zentimeter, ob ein Modell geeignet ist oder nicht.

Eine behindertengerechte Ausstattung verlangsamt die Zeit der Türschliessung und kündet Stockwerke für sehbehinderte Personen akustisch an. Muss das Personal den Lift für Notfalltransporte von Patienten nützen können? Weist der Lift genügend Platz für Betten, Personal und Technik auf?

Werden Waren im Spital teilweise durch fahrerlose Transportsysteme befördert, darf zwischen dem Kabinenboden und dem Stockwerk kein Absatz entstehen und die Kabinen dürfen bei der Einfahrt nicht durchsacken. Spezielle Feststellbremsen und Seilüberwachungen können dies steuerungstechnisch gut lösen. Nutzt das Personal für seine Transporte auch Lastenaufzüge, gewinnen weitere Kriterien an Bedeutung.

 

Flexible Personen- und Warenaufzüge – gibt es das?

Warenaufzüge können generell ein grösseres Spektrum abbilden als einfache Personenlifte. Bei hohen Anforderungen an die Flexibilität bieten kleinere Anbieter mehr Gestaltungsfreiheit als grosse.

Wann macht Liftplanung Sinn?

Es lohnt sich immer einen Spezialisten einzubeziehen, der das optimale System anbieterneutral definiert.  
Gerade zu Beginn der Gebäudeplanung, wenn viele Anforderungen bestehen:

  • Hohen Transportfrequenzen
  • Besondere Transporte oder Nutzungen (Gefahrstoffe, Feuerwehraufzug, etc.)
  • Unterschiedlichen Gebäudenutzungen
  • Unterschiedliche Transportgüter im selben Lift

Liftplanung per Softwaretool – geht das?

Die Antwort ist «Jein». Bekannte Hersteller bieten pfannenfertige Berechnungstools für ihre Produkte an. Diese rechnen fix, welche Modelle sich für die Anzahl Personen und die zu transportierende Ware eignen. Wo diese zu platzieren sind, oder ob weiteren Kriterien für die Auswahl wichtig sind, zeigt das Berechnungstool jedoch nicht auf. Es gibt also nicht DAS Tool – sondern immer noch den Menschen, der mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung die bessere Beratung bietet.

Downloads