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Erweiterung Bewässerungsnetz in Magunguli

Nachdem die von Rapp geplante Pilotbewässerungslange seit einigen Jahren erfolgreich im Betrieb ist, galt es nun, die Reichweite des Netzes zu vergrössern. Unsere Ingenieure testeten vor Ort den Einsatz von weiteren preisgünstigen Leitungstypen um weiter entfernte Felder einfach und flexibel mit der Druckbewässerung erschliessen zu können.

Die Anforderungen an die Schläuche sind hoch, da sie dem Druck standhalten müssen. Deshalb fiel der Entscheid auf handelsübliche Feuerwehrschläuche
Die Anforderungen an die Schläuche sind hoch, da sie dem Druck standhalten müssen. Deshalb fiel der Entscheid auf handelsübliche Feuerwehrschläuche

In der Umgebung von Magunguli, einem kleinen Dorf im Süden Tansanias, gibt es grundsätzlich genügend Wasser für die Bedarfsabdeckung. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass vorhandene Wasser - vor allem aus den kleinen Flüssen eines nahegelegenen Hügelzugs - für die Bewässerung zu erschliessen und an den erforderlichen Stellen zu verteilen. Gemäss lokalen Angaben wird das Wasser aus den Gewässern in der Regel nur rund 40 m weit auf die Felder geleitet. Hierzu werden traditionell kleine Wassergräben erstellt und das Wasser daraus von Hand geschöpft und zu den Pflanzen getragen. Alternative Bewässerungsmöglichkeiten sind nicht sehr verbreitet. Durch diese aufwendige und wenig effiziente Bewässerung können oft nur kleine Flächen bewässert, und die vergleichsweise grossen Felder nur unter grossem Aufwand erschlossen und betrieben werden. Dies führt gerade in der Trockenzeit zu grossen Ertragseinbussen. Das Bestreben bestand nun darin zu demonstrieren, wie das Wasser mit relativ einfachen Mitteln bis zu 500 m weit transportiert werden kann.

Die Planung hierzu führten wir in unserem Büro in Basel durch. Über unseren Kontakt in Daressalam versuchten wir lokal verfügbare Schläuche zu finden. Die Anforderungen an die Schläuche sind hoch, da sie dem Druck standhalten müssen und eine möglichst lange Lebensdauer aufweisen sollten. Deshalb fiel der Entscheid auf handelsübliche Feuerwehrschläuche, welche in Tansania auch als Gebrauchtware verfügbar sind. Zudem kauften wir weiteres Material: verschiedene Sprinkler, Kupplungen aller Art, einen Feuerwehrverteiler, etc. Insgesamt kamen so nochmal ca. 30kg an Material zusammen.
Nach den erfolgreichen Vorbereitungen ging es dann am 01.09. endlich auf den Weg nach Tansania.

In Daressalam angekommen benötigten wir eineinhalb Tage um noch weitere Materialien zu besorgen. Ohne unseren Kontakt wären wir wohl in den Weiten des grössten Marktes in Daressalam, dem Kariakoo, verloren gegangen. Die grösste Herausforderung war es hier, passende Stative für die mitgebrachten Sprinkler zu finden. Schlussendlich landeten wir dann bei einem Schlosser, der uns aus gebrauchten Wasserleitungen die Rohre und Füsse hierfür individuell zuschnitt. Nachdem wir nun alles zusammen hatten, wurde der Land Cruiser vollgepackt. Das Material, inkl. den 500m Feuerwehrschläuchen, fand gerade noch Platz. 

Das von der Schweiz mitgebrachte Material und 500 m Feuerwehrschläuche fanden gerade noch Platz
Das von der Schweiz mitgebrachte Material und 500 m Feuerwehrschläuche fanden gerade noch Platz
In Daressalam individuell angepasste Sprinkler-Stative zu finden war eine grosse Herausforderungen
In Daressalam individuell angepasste Sprinkler-Stative zu finden war eine grosse Herausforderungen
 

Nach einer langen Fahrt und Gesprächen mit den lokalen Behörden, welche unsere Initiative sehr begrüssten, kamen wir endlich am Nachmittag des 05.09. in Magunguli an. Nun galt es schnellstmöglich das neue System in Betrieb zu nehmen. Wir begannen damit, bei einem lokalen Schweisser die Bauteile für die Sprinklerstative zusammen schweissen zu lassen. Gleichzeitig gingen wir daran die bestehende Druckleitung, welche aus den vorherigen Kooperationsarbeiten stammt, zu verlängern und einen neuen Anschlusspunkt zu erstellen. Das Anbohren der Leitung funktionierte glücklicherweise sehr viel besser als gedacht und war schnell erledigt. Nun konnten wir an den Anschluss, mit einer „Storz-“ Kupplung, die übliche Feuerwehrschläuche anschliessen. Mittels verschiedener Testaufbauten untersuchten und zeigten wir den Einsatz der Schläuche und der verschiedenen Sprinklertypen.

Die Rapp-Ingenieure Thomas Grässlin (li) und David Ernst (re) mit Bahat aus Magunguli (2.v.r.) bei den lokalen Behörden
Die Rapp-Ingenieure Thomas Grässlin (li) und David Ernst (re) mit Bahat aus Magunguli (2.v.r.) bei den lokalen Behörden

Die Umsetzung dieser Arbeiten war nur durch die Zusammenarbeit mit einem lokalen Team möglich, welches sehr engagiert und ausdauernd arbeitete. Nachdem wir die geplanten Tests erfolgreich abgeschlossen hatten, gingen wir daran einen neuen Standort für ein weiteres Reservoir zu evaluieren. Das neue Reservoir soll in Form eines Hartplastik-Tanks erstellt werden, den wir zuvor in Makambako (ca. 2,5 Std. nordwestlich von Magunguli) gekauft hatten. Mit dem GPS nahmen wir Koordinaten des möglichen Standortes auf, um die neue Anlage später auf dem Plan einmessen zu können. Bevor das System in Betrieb genommen werden kann, müssen jedoch die Wasserrechte mit dem Distrikt geklärt werden. Hierbei soll dann auch das mobile System mit den Feuerwehrschläuchen zum Einsatz kommen, um möglichst viele Felder flexibel erreichen zu können.

Parallel dazu soll ein neues „Job-Model“ entwickelt werden, welches dabei helfen soll, dass die Bewässerung grossflächig als Dienstleistung angeboten werden kann.

© Rapp AG Basel