Chef und Betreuer
Andy Bensegger kam über Umwege zu seinem Job. Er hat das KV gemacht und arbeitete lange in der Tourismusbranche. Zur Gassenküche stiess er etwa vor zehn Jahren. An den genauen Zeitpunkt könne er sich nicht mehr erinnern. Als Springer gehörte er damals zum erweiterten Team, bis ihm im Jahr 2018 die Gesamtverantwortung übertragen wurde. Gestern wie heute sieht er sich als Teil des Teams. Als Leiter müsse er schauen, dass der Betrieb störungsfrei laufe. «Ich stehe ständig in Kontakt mit dem Vorstand, kümmere mich um die Finanzen, Administration, Öffentlichkeitsarbeit und um Personalfragen», die nicht nur das siebenköpfige Team betrifft, sondern er koordiniere auch den Einsatz von insgesamt 50 Freiwilligen und der Gäste. Letztere helfen beim Rüsten oder beim Abräumen der Tische mit. Dafür erhalten sie einen Zustupf von 12 Franken in der Stunde. «Das gibt den Menschen eine Struktur und ein Einkommen», sagt Bensegger. Und wenn jemand mal ein paar Tage der Arbeit fernbliebe, müsse niemand mit Konsequenzen rechnen.
Gutes Team im Rücken
Andy Bensegger hat die Gassenküche auf ein neues und professionelleres Niveau, die Finanzierung auf eine solide und sichere Basis hieven können. Und er weiss, dass er ein gut funktionierendes Team im Rücken hat. Ohne ginge es gar nicht. Stellvertretend die zwei Profis in der Küche. Die gelernten Köche kümmern sich um den Einkauf, die Menüplanung und zaubern jeden Wochentag ein neues Gericht mit Suppe, Salat, Hauptgang, Dessert und Tee für die Gäste aus dem Hut. «Wer die drei Franken nicht aufbringen kann, erhält Suppe, Salat, Brot und Getränk gratis.» Die Mengen an Gemüse und Fleisch sind gross. Man beziehe zu Sonderkonditionen, sagt Bensegger. Das Brot komme von der «Schweizer Tafel», die täglich Überschussware von den Grossverteilern an die Gassenküche verteilt. Insgesamt hilft noch ein Netz von 50 Freiwilligen mit. «Viele von ihnen sind schon lange dabei. Sie kennen den Umgang mit den Gästen sehr gut.»