Grosse und kleine Projekte
Wahre «Fundgruben» an Schadstoffen sind Gebäude, die in den 1950er bis 1970er-Jahren errichtet wurden. «Jene Jahrgänge also, die derzeit abgerissen oder saniert werden», sagt Marion Kaiser. Gross sei die Anzahl der Anfragen und Aufträge. Sie reichen von grossen Projekten wie beispielsweise dem geplanten Rückbau des AKW Beznau bis zu kleinen Vorhaben, wie dem Umbau oder der Sanierung von Wohnungen oder Einfamilienhäusern. «In vielen Bauwerken verstecken sich Schadstoffe, welche in früheren Jahren aufgrund von fehlenden Kenntnissen über die Schädlichkeit der Materialien eingebaut wurden», ergänzt die Expertin Umwelt.
Arbeitssicherheit geht vor
Während Corona-Zeiten fielen die vier Expertinnen und Experten von Rapp mit den FFP3-Masken kaum auf. «Einzig die weissen Anzüge wirkten auf Aussenstehende etwas befremdlich», sagt Mike Dettwiler. Mittlerweile sei man in Erklärungsnot, wenn man in Vollschutz Proben an Wänden, Decken und Böden entnehme. Thomas Schuhmann arbeitet im Hintergrund; ihm ist es wichtig, bei der Begutachtung von Leitungen Schadstoffe frühzeitig zu erkennen. Yannick Scherer, Mike Dettwiler und Marion Kaiser hingegen sind die Fachpersonen vor Ort, die sich nicht scheuen, auch einmal in einen Lüftungsschacht zu klettern oder auf Leitern Deckenplatten zu entnehmen. «Immer unter Wahrung der Arbeitssicherheit», betont Kaiser.
Kein leidiges Thema mehr
Mittlerweile hat das Team geübte Augen für verdächtige Materialien. «Wir haben auch grosse Erfahrung bei der Erfassung des Ausmasses und der Kostenschätzung», sagt Marion Kaiser und ergänzt, dass mit der Fachbauleitung durch Yannick Scherer vor Ort Rapp das Angebot abrunde. «Neu haben wir ein Messgerät für die Bestimmung der Anzahl Asbestfasern für die Freimessung angeschafft.» Die Fachpersonen sorgen mit ihrer Diagnose für eines: für den sicheren und den fachgerechten Ausbau von Asbest und anderen Bauschadstoffen. Damit das Thema nicht auch für die künftige Generation ein leidiges Thema bleibt.