Mikroskopische Verkehrssimulation Stans
Das Zentrum von Stans, NW ist verkehrlich geprägt von Bahnübergängen der Zentralbahn und Durchgangsverkehr aus Richtung der Autobahn A2. Im Auftrag des Kantons untersuchte die Rapp AG Lösungen für ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept und entwickelte mehrere Varianten für eine Ortsumfahrung. Dabei kam ein komplexes Modell der mikroskopischen Verkehrssimulation zum Einsatz.
Ausgangslage und Ziele des Projekts
Stans, der Hauptort des Kantons Nidwalden, wird von einer Linie der Zentralbahn durchquert mit mehreren beschrankten Bahnübergängen. Weiterhin ist das Ortszentrum durch ortsfremden Durchgangsverkehr belastet, der v.a. von und zu der Autobahn A2 verläuft. Wegen geplanter städtebaulicher Verdichtung im Ortskern wird eine Verschärfung der heute angespannten Verkehrssituation erwartet. Die Rapp AG analysierte im Auftrag des Kantons verschiedene Optionen für das zukünftige Verkehrskonzept, wobei die Aufhebung der beschrankten Bahnübergänge und mehrere Varianten für eine Ortsumfahrung des MIV untersucht wurden.
Der beschrankte Bahnübergang in Stans
Auftrag und Bearbeitung
In Zusammenarbeit mehrerer Fachbereiche der Rapp AG wurde ein breiter Fächer an möglichen Varianten entwickelt und eine holistische Gesamtbewertung der Varianten durchgeführt, inklusive der verkehrlichen Wirkung, der Kostenschätzung, sowie der Analyse von Folgen für Flächennutzung und Umwelt.
Bei der verkehrlichen Beurteilung der Varianten wurde sowohl makroskopische Modellierung als auch mikroskopische Simulation eingesetzt. Mithilfe der makroskopischen Modellierung mit dem kantonalen Verkehrsmodell und der Software PTV Visum wurde eine Vorbewertung von Alternativen im Hinblick auf die verkehrliche Entlastung des Ortskerns vorgenommen. Die resultierenden Verkehrsströme wurden dann auf der Ebene eines Teilnetzes in die Mikrosimulation mit PTV Vissim übertragen. Die Mikrosimulation erlaubte die detaillierte Analyse der Effektivität der Varianten, wobei u.a. die Verlustzeiten im MIV, die Leistungsfähigkeit der Knoten, sowie Fahrtzeiten und Wartezeiten des Busverkehrs ausgewertet wurden. Das mikroskopische Modell umfasst das gesamte Gemeindegebiet, mit mehreren Lichtsignalanlagen (LSA), ebenso wie vortrittsgeregelten Kreuzungen und Bahnübergängen. Auch flankierende Massnahmen der Verkehrsberuhigung wurden abgebildet.
Resultate
Die detaillierte verkehrliche Analyse mithilfe der Mikrosimulation erlaubte einen faktenbasierten Vergleich der Varianten im Hinblick auf die verkehrliche Wirkung und die Funktion des Gesamtsystems, und trug dazu bei, dass mit allen Stakeholdern, insbesondere auch in der Diskussion mit den Anwohnern, eine optimale Variante für die westliche Ortsumfahrung gefunden wurde.
Mikrosimulation eines Kreisverkehrs in Stans
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