Neue Dimensionen
«Es gab auf dem neuen 30 mal 30 Meter grossen Land einiges zu tun und zu planen und ich wollte unbedingt mit anpacken. Schliesslich habe ich nicht umsonst Bauingenieurwesen studiert.» Die Fläche wurde begradigt, eingezäunt, die Leitungen für den Wasseranschluss der zwei geplanten Gebäude gelegt und der Brunnen gegraben. Im Laufe des Jahres 2024 entstehen auf dem Gelände ein Verkaufsladen, ein Schulungsgebäude, ein Gewächshaus und Geräteschuppen. «Die Pläne dazu erstellte ich gemeinsam vor Ort mit Jameson, der Feinschliff erledigte ich dann in der Schweiz.» Damit wolle man das Projekt auf eigene Beine stellen, betont Lionel Kumbartzki. Jameson Mulenga wird in der Verkaufsstelle seine Produkte anbieten, und im Schulungsgebäude sollen Menschen in nachhaltiger Landwirtschaft geschult werden. «Mit dem Erlös aus dem Verkauf von Gemüse, Hühnern und anderem streben wir den nächsten grossen Schritt an: den Kauf eines etwa 7 Hektar grossen Ackerlands.
Breite Unterstützung
Unterstützung fand Lionel Kumbartzki auch bei seinen Arbeitskolleg:innen und in seinem Umfeld. Als er sein Vorhaben ankündigte, sammelten sie rund 3000 Franken. «Das war eigentlich nicht geplant», sagt Kumbartzki fast entschuldigend. «Rund 35 Prozent des Geldes haben wir im Januar ausgegeben», betont Lionel Kumbartzki und fügt hinzu, dass es nicht ganz für die beiden Gebäude reichen wird. Weitere 10’000 Franken brauche es in den nächsten zwei Jahren, um die Infrastrukturen fertig zu bauen. Deshalb, so Kumbartzki, hat er nach seiner Rückkehr den Verein «TheMulengaFarm» gegründet. Dieser soll das finanzielle Rückgrat für das Projekt bilden, bis es in den nächsten 15 Jahren selbstragend sein wird. Dazu gehören die Verwaltung, die Buchhaltung sowie das Marketing und Fundraising.
Aller Anfang ist Begegnung
Unter Druck stehen die beiden Freunde nicht. Schnelle Erfolge sind ohnehin nicht Kumbartzkis Ding. Er glaubt an die Langsamkeit. «Unser Planungshorizont sind die nächsten 20 Jahre.» Man wolle die Entwicklung langsam und organisch vorantreiben. «Es ist einfach fantastisch, was wir hier gemeinsam auf die Beine stellen.» Mit leuchtenden Augen betont der 25-Jährige immer wieder, dass er sich in Ndola inzwischen sehr zu Hause fühlt. Inzwischen habe er eine zweite Familie, und wenn es ihm in der Schweiz zu laut werde, wisse er, wohin es ihn ziehe. Aller Anfang ist Begegnung. Hätten sie sich die beiden nicht kennengelernt, wäre vieles anders verlaufen. Das ist für Lionel Kumbartzki nicht so entscheidend – wichtig ist ihm, dass er mit seinem Engagement die Welt in seinem Umfeld ein bisschen gerechter macht.