Die Anforderungen an Infrastrukturprojekte werden immer komplexer. Welche Entwicklungen werden die Branche in den nächsten Jahren besonders beeinflussen?
Die steigende Komplexität von Infrastrukturprojekten trifft auf einen rasanten technologischen Fortschritt. KI-gestützte Prozesse, BIM-Modellierungen und digitale Kollaborationsplattformen bieten erhebliche Potenziale zur Effizienzsteigerung und Beschleunigung von Projekten. Gleichzeitig erfordern der Fachkräftemangel und die zunehmende Menge an verfügbarem Wissen neue Ansätze in der Zusammenarbeit und im Wissensmanagement. Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch nicht in der Technologie, sondern in der menschlichen Anpassungsfähigkeit. Während digitale Systeme nahezu unbegrenzt skalieren, benötigen Menschen Zeit, um Wissen aufzubauen, zwischenmenschliche Abstimmung, Veränderungen zu verarbeiten und Vertrauen in neue Arbeitsweisen zu entwickeln. Erfolgreiche Organisationen werden daher jene sein, die technologische Beschleunigung mit menschlicher Entwicklungsgeschwindigkeit in Einklang bringen.
Viele Deiner Projekte haben eine direkte Wirkung auf den Alltag von Menschen. Was motiviert dich daran, die Infrastruktur von morgen mitzugestalten?
Infrastruktur prägt unseren Alltag oft stärker, als uns bewusst ist. Gleichzeitig gibt es viele Orte, an denen das Zusammenspiel von Infrastruktur, Stadtbild und Landschaft noch Verbesserungspotenzial bietet. Oftmals kann mit wenigen einfachen Mitteln und einem guten Team vieles besser gemacht werden. Mein Beruf bietet mir die Chance, jeden Tag daran aktiv und sichtbar mitzugestalten.
Welche Rolle spielt die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Rapp für den Erfolg grosser Infrastrukturprojekte?
Der Erfolg grosser Infrastrukturprojekte basiert auf einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit. Kein Projekt wird heute von einer einzelnen Fachdisziplin allein getragen. Entscheidend sind das Zusammenspiel der unterschiedlichen Kompetenzen, der gegenseitige Respekt und das gemeinsame Verständnis für die Projektziele. Erst durch die Vernetzung verschiedener Perspektiven entstehen ganzheitliche Lösungen, die sowohl technisch als auch wirtschaftlich und nachhaltig überzeugen.
Bei der Recherche ist mir dein persönliches Motto aufgefallen, das wie folgt lautet: «Man muss sagen, was man denkt, tun, was man sagt und sein, was man tut.» Wie prägt dieser Leitsatz deine Führungsarbeit?
Dieser Satz ist die Grundlage meiner Führungsarbeit. Ehrlichkeit, Transparenz und Verlässlichkeit schaffen Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Dazu gehört für mich auch eine offene Konflikt- und Feedbackkultur, die Potenziale sichtbar macht und die Weiterentwicklung von Mitarbeitenden fördert. Dasselbe gilt für Projekte: Nachhaltiger Erfolg entsteht dort, wo Werte nicht nur formuliert, sondern im täglichen Handeln konsequent gelebt werden.