Büroprovisorium Penta Space
Während der Sanierung unseres Hauptsitzes sind wir vorübergehend an der Post-Passage 5 in Basel eingemietet. Die Aufgabe für unser Team: Aus einem Provisorium einen vollwertigen, inspirierenden Arbeitsort schaffen. Hier zahlten sich unsere verschiedenen Kompetenzen aus: Von Planung über Bauleitung und Gestaltung bis zum Umzug konnten wir alle Arbeitsschritte mit eigenem Know-how abdecken.
Ausgangslage
Für die Sanierung des Hauptsitzes an der Hochstrasse 100 benötigte Rapp eine zeitlich begrenzte Übergangslösung für rund 160 Mitarbeitende. Die Wahl fiel auf den Penta Space – eine Bürofläche der Post AG über den Gleisen des Bahnhofs Basel, deren Gebäudestruktur aus den 1970ern zunächst wenig Zukunftsversprechen ausstrahlte. Die Aufgabe für unser Team: Aus einem Provisorium einen vollwertigen, inspirierenden Arbeitsort schaffen. Hier zahlten sich unsere verschiedenen Kompetenzen aus: Von Planung über Bauleitung und Gestaltung bis zum Umzug konnten wir alle Arbeitsschritte mit eigenem Know-how abdecken.
Auftrag
Der Penta Space wurde bewusst nicht als Notlösung, sondern als Chance verstanden. Bereits bei der ersten Begehung zeigte sich hinter der vernachlässigten Fläche eine architektonische Substanz mit klarer Formensprache der Siebzigerjahre und einer präzisen räumlichen Logik. Ausgangspunkt des Projekts war es, diese Qualitäten freizulegen und weiterzudenken. Anstelle einer Überformung stand die Reduktion im Vordergrund. Bestehendes wurde erhalten, neu geordnet und gezielt ergänzt. ReUse und konstruktive Klarheit prägten den Entwurf ebenso wie die Integration heutiger technischer und funktionaler Anforderungen. Bildmaterial aus unterschiedlichen Kontexten – darunter auch filmische Zukunftsbilder jener Zeit – etwa Kubricks «2001: A Space Odyssey» – diente als eine von mehreren Inspirationsquellen. So verbinden sich gestalterische Haltungen der Siebziger mit einer zeitgemässen Arbeitsumgebung. Eine zurückhaltende Benennung einzelner Bereiche unterstützt die Orientierung und verleiht dem temporären Arbeitsraum eine eigenständige Identität.
Nachhaltigkeit & ReUse
Ressourcenschonung stand von Anfang an im Mittelpunkt: So konnte das Mobiliar aus dem H100 nahezu vollständig weiterverwendet werden. Ergänzt wurde dies durch eine energieeffiziente Beleuchtung, die veraltete Leuchtmittel ersetzt, sowie ausgewählte Brocki-Elemente, die dem Raum atmosphärische Akzente verleihen. Auch baulich wurde nach dem Prinzip «so wenig wie möglich, so viel wie nötig» vorgegangen, wodurch nur minimale Eingriffe erforderlich waren. Dank diesen Massnahmen entstand eine Interimslösung, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich überzeugt.
ReUse und konstruktive Klarheit prägten den Entwurf ebenso wie die Integration heutiger technischer und funktionaler Anforderungen.
Planung & Innenarchitektur
Die räumliche Entwicklung erfolgte auf Basis eines 3D‑Modells, da kaum verwertbare Bestandspläne existierten. Die Planung umfasste:
• Möblierungs- und Lichtplanung
• technische Koordination (Elektro, HLK, IT)
• Begehungen und Schnittstellenklärung
• Entwicklung aller Visualisierungen und Umzugspläne
Besondere Herausforderungen – etwa die Lichtverhältnisse, limitierte Infrastruktur oder der stark beanspruchte Teppich – wurden durch pragmatische und kreative Lösungen gemeistert.
Bauleitung & Umsetzung
Die Bauleitung stellte sicher, dass Qualität, Kosten und Termine jederzeit im Gleichgewicht blieben. Dazu gehörten:
• Koordination aller Gewerke
• Abstimmungen zwischen Grundausbau und Mieterausbau
• Priorisierung kritischer Arbeitsschritte
• direkte Problemlösung bei technischen Überraschungen (z. B. marode Abwasserleitung)
Resultate
Der Bezug zeigt: Auch ein zeitlich begrenztes Provisorium kann ein hochwertiger und stimmiger Arbeitsort sein. Der Penta Space überrascht: viel Platz, helle Räume im ehrwürdigen Gebäude aus den 70er-Jahren, funktionale Meetingzonen und genug Fläche, um produktiv zusammenzuarbeiten. Eine Umgebung, die professionell wirkt und zugleich eine gewisse Frische ausstrahlt. Rund 160 Mitarbeitende des H100 teilen sich hier etwa 120 Arbeitsplätze – ein Modell, das Flexibilität und Austausch fördert. Gestalterisch mischen sich Farben und Materialien der sechziger und siebziger Jahre mit modernen Ergänzungen. Die Wiederverwendung bestehender Elemente war zentral, auch weil es sich um ein Provisorium handelt. Die alte Akustikdecke etwa erwies sich als grosse Qualität, technisch wie ästhetisch.
Zu Beginn wurde die Fläche auf ihren Ursprung reduziert, gereinigt und mit wenigen gezielten Eingriffen architektonisch aufgewertet. Der Hauptaufwand lag jedoch in der Infrastruktur: neue Elektro- und Netzinstallationen, überarbeitete Beleuchtung und eine zeitgemässe Arbeitsplatztechnik. Die Grundhaltung war einfach: Bewahren, was gut ist, und nur ergänzen, was nötig ist – im Sinne von Ressourcenschutz und Respekt vor dem Bestand. Farbige Akzente stammen aus dem Ursprungsbau, neue Elemente sind in Naturtönen gehalten. Auch Teile der Ausstattung wurden aus dem alten Büro mitgenommen und weiterverwendet. Für die nächsten zwei Jahre ist vorübergehend der Penta Space über den Gleisen des Bahnhofs Basels das neue Zuhause – voraussichtlich bis Mitte 2028.