Vielfältige Herausforderungen gemeistert
Das Projekt wurde in zwei Etappen saniert, um den Wohnungsmietern durch interne Rochaden einen Verbleib auf dem Areal zu ermöglichen. Auch den besonders betroffenen gewerblichen Mietern (Hausärzte, Physiotherapeut) wurden temporäre Umzüge innerhalb des Gebäudes ermöglicht.
Die beengten Platzverhältnisse auf dem stark frequentierten Areal erforderten den Einsatz eines über die LKW-Durchfahrt hochgebockten, 80 m hohen Auslegekrans, eine ausgeklügelte Baustellenlogistik und ein zeitlich gestaffeltes Arbeiten an der Gebäudehülle. Als ob der vorhandene Bauplatz für Mulden, Lager und die zahlreichen Baumaterialtransporte nicht schon eng genug gewesen wäre, mussten die Coop- und Shopanlieferungs-LKWs täglich durch die Baustelle geschleust werden. Zudem teilte die Bauherrschaft nach Baustart überraschend mit, dass gleichzeitig mit der intensiven zweiten Bauetappe die gesamte Coop-Filiale umgebaut werden soll. Glücklicherweise wurde die zeitgleich geplante Totalsanierung der Rauracherstrasse zurückgestellt. Mit dem Umbau der Filiale bot sich die Gelegenheit, den mächtigen Rückkühler auf dem Flachdach des Hauses 35 zu verkleinern und von der Dachkante wegzurücken. Zudem konnte aufgrund des neuen Ladenkonzepts auf eine Besprinklerung der Fläche unter dem Glasdach verzichtet werden.
Wenige Monate nach Baubeginn zeigte sich, dass der Zustand der bestehenden Wärmeverteilung in den Wohnungen so schlecht und die Leitungsführung so ungeschützt war, dass sie den Umbau nicht überstehen würde. Auf engstem Raum wurden die neuen Leitungen im bestehenden Unterlagsboden verlegt und gedämmt. Nicht nur die hochwertige Gebäudehülle, sondern auch die Erneuerung der Wärmerückgewinnung, der Brauchwassererwärmung und der Gebäudeautomation führten zu einer deutlichen Reduktion des Heizwärmbedarfs. Trotz ausserordentlicher Ereignisse wie Corona-Pandemie, Lieferengpässen und stark gestiegenen Materialpreisen konnten Termine und Kosten eingehalten werden.