Freie Strasse

Infrastruktur

Runderneuerung für Basels Flaniermeile Freie Strasse

Im Zuge der Erneuerung von Energie-, Wasser- und Telekomleitungen haben die Freie Strasse und ihre angrenzenden Gassen eine zeitgemässe und attraktive Gestaltung erhalten. Bei der Runderneuerung der Fussgängerzone im Herzen der Stadt Basel ist Rapp mit der Gesamtbauleitung beauftragt worden und hat bei der Fernwärmeplanung und der Statik unterstützt.

Bisher wurde die Freie Strasse dem Anspruch einer attraktiven Fussgängerzone in der Basler Innenstadt nicht gerecht: Randsteine trennten die Fahrbahn von den Trottoirs und verhinderten ein entspanntes Flanieren, der Bodenbelag glich einem Flickwerk und die Gestaltung war insgesamt wenig einladend. 

 

Plan Freie Strasse_Perimeter
© BVD Basel-Stadt, Planungsamt

Mittelpunkt Dreizackbrunnen

Mit der Erneuerung ist nun eine grosszügige Flaniermeile entstanden, ohne Trottoirränder und mit einem durchgehenden, barrierefreien Plattenbelag aus Naturstein. Die umfangreichen Bauarbeiten erfolgten in fünf Bauetappen, wobei die fussläufige Erreichbarkeit und die Anlieferung der Geschäfte und Gastrobetriebe jederzeit gewährleistet sein musste. Der erste Abschnitt zwischen Bankverein und Streitgasse wurde Ende 2022 fertiggestellt. Dabei ist auch der historische Dreizackbrunnen am Fusse des Münsterbergs einige Meter in Richtung Freie Strasse versetzt worden, sodass er nun zusammen mit dem Platzbaum einen Akzent setzt und zum Verweilen einlädt.

Sanierung Freie Strasse1
© IWB, Foto: Timo Orubolo

Aus Rücksicht auf wichtige Anlässe, wie Basler Fasnacht, Stadtlauf oder Weihnachtseinkauf, pausierten die Bauarbeiten jeweils während mehrerer Wochen im Jahr. Sämtliche beteiligten Gewerke mussten diese Unterbrüche in den Bauablauf genau einplanen. Nach der Weihnachtspause bedeutete dies beispielsweise, dass nur ein geringer Anteil der Gräben geöffnet werden konnte, da sie nach wenigen Wochen für die Fasnacht gleich wieder aufgefüllt werden mussten. Eine weitere Herausforderung bildeten Umbauten bei Geschäftsliegenschaften, welche neben den eigentlichen Bauarbeiten mitberücksichtigt und eingeplant werden mussten. Oftmals war ein Verkehrsdienst erforderlich, um die Baumaschinen bei emsigem Betrieb mit vielen Fussgängerinnen und Fussgängern und bei engen Platzverhältnissen an ihren Einsatzort zu begleiten. 

Grosser Abstimmungsbedarf

Die Erfahrungen nach rund einem Jahr Bauzeit zeigten, dass der Zeitplan trotz intensiver Bemühungen angepasst werden mussten. Vor allem im unteren Teil der Freien Strasse warenneue Fernwärmeleitungen und -schächte notwendig, die im Vergleich zu bestehenden Strom- und Wasserleitungen deutlich tiefer liegen. In diesem «unberührten Boden» liegen zahlreiche archäologische Fundstellen, die für künftige Generationen erforscht und gesichert werden mussten. Dazu bedurfte es einer engen Abstimmung der Bauarbeiten an der Kanalisation, der Strassenoberfläche sowie der Wasser-, Strom- und Fernwärmeleitungen.

Enge Platzverhältnisse — Die Bäumchen wurden den Läden zur Verfügung gestellt — Der Baum an der Bäumleingasse wird während der Bauarbeiten in der Baumschule der Stadtgärtnerei gepflegt und abtransportiert — Betonieren und Verkabeln einer Polleranlage

Meter tief

5

verläuft der Fernwärmeschacht

m2

8500

von Hand verlegte Pflästerung 

Tonnen

2 Millionen

Pflastersteine 

Wichtige Funde für Basler Stadtgeschichte

Die Freie Strasse als eine der ältesten und wichtigsten Hauptachsen kann nun bis ins 1 Jh. n. Chr. zurückverfolgt werden. Als Abschnitt einer römischen Fernstrasse verband sie Augusta Raurica mit Kembs und Strassburg. Der älteste Strassenabschnitt befindet sich am Eingang zur Bäumleingasse. Über weite Strecken wurde der spätrömische Strassenverlauf aus dem 3./4. Jh. aufgedeckt und zum Vorschein kamen Münzen und zahlreiche Keramikfragmente. Die darüberliegenden Strassenschichten datieren erst aus dem 11.–13. Jh. Der Strassenkörper wurde in dieser Zeit sauber ausgeführt und mehrfach ausgebessert. Befestigungsmassnahmen an den Strassenrändern belegen das abschüssige Gelände zwischen Münsterhügel und Birsig und aufgrund von Hinterlassenschaften könnten mittelalterliche Handwerksbetriebe nachgewiesen werden. Schliesslich weisen angetroffene Gebäude- und Kellermauern aus dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit auf die ehemals nur halb so breite Strasse hin.

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