Tragwerksplanung unter besonderen Bedingungen
Getragen wird der Überbau der neuen Passerelle von sieben Stahlportalen, deren Mikropfahlgründungen trotz engster Verhältnisse ein Höchstmass an Stabilität bieten. Drei dieser Portale bleiben dauerhaft tragend, weitere können bei künftigen Gleisanpassungen verschoben werden. Damit erfüllt die Passerelle bereits heute die Anforderungen des Ausbauschritts 2025 und des Endzustands, ein flexibles Ingenieurbauwerk, das Veränderung mitdenkt. Die Tragwerksplanung berücksichtigt die komplexen geologischen Verhältnisse, strengen Lichtraumprofile und die dynamischen Beanspruchungen des Personen- und Bahnbetriebs. Bewegungsfugen und Lager er-möglichen die sichere Aufnahme von Verformungen und Temperaturbeanspruchungen und garantieren eine langlebige, wartungsarme Konstruktion.
Das stählerne Tragwerk ist auf grosse Spannweiten, Schlankheit und Effizienz ausgelegt. Seine Geometrie ermöglicht schlanke Querschnitte, eine nachvollziehbare Lastabtragung und hohe Ermüdungsfestigkeit. Präzise Anschlussdetails zwischen Haupt- und Nebentragwerk unterstützen sowohl das Taktschiebeverfahren als auch die spätere Verformungsfähigkeit. Das modulare Stahlkonzept erleichtert den Austausch einzelner Elemente und erlaubt eine flexible Anpassung im Hinblick auf spätere Ausbauphasen.
Bauen im Takt des Betriebs
Eine besondere planerische Leistung lag in der Bauphase. Die Passerelle wurde im Taktschiebeverfahren errichtet. Eine Bauweise, die es erlaubte, den Bahnbetrieb während der Montage weitgehend aufrechtzuerhalten. Nachtarbeiten, präzise Taktlogistik und eine enge Abstimmung aller Beteiligten prägten die Umsetzung. Für uns bei Rapp war dies ein Projekt, bei dem Tragwerksplanung, Bauablauf und Betrieb eng miteinander verzahnt waren.