Zwei Entwicklungshypothesen
Deshalb habe man den Fokus in den Studien einerseits auf die Wechselwirkungen zwischen Drehscheibe und dem Parkraum von Städten gelegt, andererseits auch die Situation des öffentlichen Verkehrs untersucht, erklärt Lauper. Um diese Fragen zu beantworten, geht die Arbeitsgemeinschaft von zwei Entwicklungshypothesen aus. Erstens: Autos werden künftig elektrifiziert und besonders für die weniger mit dem ÖV erschlossenen ländlichen Räume genutzt. Und zweitens wird in den dichtbesiedelten Agglomerationsräumen der individuelle Personenwagen an Bedeutung verlieren. Diese zwei Entwicklungsstränge von Stadt und Land akzentuieren sich an den Schnittstellen des Nationalstrassennetzes. «Besonders stark in den Agglomerationen», meint Severin Lauper. Der Engpass sei dort vorprogrammiert. Parallel dazu würden auch Unfälle, Umweltauswirkungen und Flächenverbrauch zunehmen.
Spürbare Entlastungen
Exemplarisch untersucht wurden die Städte Lenzburg, Baden, Zürich und Winterthur. «Die Verfügbarkeit von Parkraum in der Kernstadt ist unter anderem entscheidend für die Wahl des Verkehrsmittels zwischen Zentrum und Umland», sagt Lauper. Um den Umstieg zu fördern, muss die Parkierung in der Kernstadt über Parkgebühren oder -beschränkungen reguliert werden. Doch eine solche restriktive Parkraumpolitik stehe oft in Widerspruch mit den wirtschaftlichen Interessen der Kernstadt. «Öffentliche Parkplätze bringen viel Geld in die Kasse», sagt Severin Lauper. Zudem opponiert stets auch das lokale Gewerbe, wenn die öffentliche Hand Parkraum reduziert. Yves Gasser und Severin Lauper sind trotzdem überzeugt, dass richtig dimensionierte Verkehrsdrehscheiben an ausgewählten Orten einen Lösungsansatz darstellen. «Parkplatzverlagerungen vom Zentrum an Verkehrsdrehscheiben können spürbare Entlastungen der Zubringerachsen in die Kernstädte bringen.» Zudem, ergänzen beide, könne durch den Wegfall von Parkplätzen der öffentliche Raum in den Städten neu genutzt werden.