Interview Carmen

Nachhaltigkeit als Schlüsselthema

Carmen Bachmann ist seit Januar 2025 Leiterin Nachhaltigkeitsberatung im operativen Geschäft der Rapp AG und Mitglied des Green Teams. Im Gespräch zeigt sie auf, welche Rolle Nachhaltigkeit für Kunden heute spielt, welche Lösungen Rapp bietet und wie sich die Branche weiterentwickelt.

Worauf baut die Nachhaltigkeitsstrategie der Rapp auf – insbesondere mit Blick auf Kundinnen und Kunden?

Aus Sicht Nachhaltigkeit stehen für unsere Kundinnen und Kunden Klimaschutz, der Erhalt der Bausubstanz, Biodiversität und zirkuläres Bauen im Zentrum. Gleichzeitig gilt es, diese Aspekte mit Kostensensibilität und langfristigem Werterhalt – durch tiefen Energiebedarf, geringe Betriebskosten und hohe Nutzungsflexibilität – in Einklang zu bringen. Wir unterstützen sie dabei mit fundiertem Fachwissen. Dazu gehören unter anderem die Erstellung von CO₂-Bilanzen für Bauprojekte oder Variantenentscheide. Ebenso begleiten wir Zertifizierungen nach SNBS sowie Minergie-ECO.

Wie können Kundinnen und Kunden künftig noch stärker eingebunden werden? 

Ich nehme die Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden bereits heute als sehr kooperativ wahr. Entscheidend ist, dass wir ihre Anforderungen und Herausforderungen konsequent im Fokus behalten und unsere Beratungslösungen darauf ausrichten. So können wir sie bestmöglich dabei unterstützen, ökologischen, sozialen und ökonomischen Mehrwert zu schaffen.

Wie kann die Wirksamkeit von Nachhaltigkeitsmassnahmen sichtbarer gemacht werden?

Gerade im Bereich Klima hat sich die Messgrösse der CO₂-Äquivalente etabliert. Sie wird heute bereits erfolgreich in frühen Phasen der Entscheidungsfindung eingesetzt, etwa bei Bauprojekten wie beispielsweise im Referenzprojekt Felix Platter-Spital. Für andere Umweltwirkungen – beispielsweise in der Biodiversität – sind Messgrössen jedoch weniger greifbar. Eine verbreitete Methode ist die Bewertung in Umweltbelastungspunkten (UBP), welche unterschiedliche ökologische Indikatoren zusammenfasst. Da diese Kennzahl jedoch komplex ist, gestaltet sich ihre Interpretation anspruchsvoller. Initiativen wie die «Taskforce on Nature-related Financial Disclosures» (TNFD) zeigen jedoch, dass der Bedarf an robusten Informationen zu naturbezogenen Themen steigt, so dass Unternehmen und auch Bauherrschaften entsprechende Risiken und Chancen in ihre Strategie und Investitionsentscheidungen integrieren können.

Und wie ist das Umweltbewusstsein bei den Mitarbeitenden von Rapp?

Meiner Wahrnehmung nach ist sowohl in der täglichen Zusammenarbeit als auch auf Unternehmensebene ein hohes Bewusstsein vorhanden. Wichtig scheint mir, eine offene und transparente Darstellung von Auswirkungen zu garantieren sowie die Unterstützung bei der Fokussierung auf die wesentlichen Themen. Kontinuität und Glaubwürdigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle, ebenso der regelmässige Austausch. Gleichzeitig sollte Raum bleiben, Themen mit einer gewissen Leichtigkeit anzugehen.

Was motiviert dich persönlich, dich für Nachhaltigkeit bei Rapp zu engagieren?

Ich bin überzeugt, dass die vereinten Leistungsbereiche von Rapp ein grosses Potenzial haben, positive Effekte für Gesellschaft und Natur zu schaffen. Schon früh wurde mir bewusst, dass das Wohlergehen von Mensch und Umwelt eng miteinander verbunden ist – und dass die besten Lösungen im Team entstehen. Die hohe Kompetenz und das Engagement der Teams bei Rapp haben mich von Anfang an beeindruckt, und ich freue mich, Nachhaltigkeitsaspekte aktiv mit in die Projekte einbringen zu können. 

Carmen Bachmann ist seit Januar 2025 Leiterin Nachhaltigkeitsberatung bei der Rapp AG und Mitglied des Green Teams. Zuvor war sie als Nachhaltigkeitsverantwortliche sowie in verschiedenen operativen Funktionen von Start-Ups bis Grossprojekten tätig. Nach einer technischen Ausbildung studierte sie Internationales Management und absolvierte später ein DAS in Nachhaltigkeitsmanagement an der Business School Lausanne und der Universität St. Gallen.