Serviceanlage Wolf_Standplatz 1
© Daisuke Hirabayashi

SBB-Serviceanlage Basel für die Zukunft gerüstet

Damit die internationalen und nationalen Personenzüge künftig genügend Platz haben für regelmässige Unterhaltsarbeiten, haben die Schweizerischen Bundesbahnen SBB die Serviceanlage in Basel ausgebaut.

Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB haben auf dem Wolf-Areal in Basel eine wegweisende Erweiterung ihrer Serviceanlage abgeschlossen, um den steigenden Anforderungen des internationalen Zugverkehrs gerecht zu werden. Mit dem Ausbau der Serviceanlage schafft die SBB nicht nur mehr Platz, sondern setzt auch auf modernste Technologie, um effiziente Wartungs- und Reparaturarbeiten an den immer länger werdenden Zügen durchzuführen. Die Herausforderungen des wachsenden internationalen Zugverkehrs, geprägt durch längere Züge, engere Fahrpläne und eine steigende Nachfrage, erfordern innovative Lösungen.

Innovative Zugwartung

Die Serviceanlage in Basel, bereits die grösste ihrer Art in der Nordwestschweiz, wurde nun mit modernster Technologie und erweiterten Kapazitäten ausgestattet. Ein zentrales Element dieser Innovation ist die neue Hebebockanlage, die es ermöglicht, bis zu 200 Meter lange Züge anzuheben. Diese Massnahme ist entscheidend, um regelmässige Unterhaltsarbeiten auch an den längsten Trieb- und Gliederzügen des internationalen Personenverkehrs, wie dem Giruno und Astoro, durchführen zu können.

Serviceanlage Wolf_Standplatz 2
© Daisuke Hirabayashi
Serviceanlage Wolf_Rillengleis

Der Ausbau umfasst zwei komplett ausgestattete Standplätze für die Wartungsarbeiten an den langen Triebzügen. Zwei unterschiedliche Unterhaltsgleise wurden geschaffen: ein Rillengleis mit Hebebockanlage und ein Grubengleis mit Dacharbeitsbühnen. Beide Gleise sind über die gesamte Länge überdacht und mit Krananlagen versehen um optimale Arbeitsbedingungen sicherzustellen.

Koordination und Fachkompetenz entscheidend

Die Herausforderungen bei diesem anspruchsvollen Projekt waren vielfältig. Die bestehende Halle musste umfangreich umgebaut und um 100 Meter verlängert sowie das Gleisfeld im Aussenbereich neu erstellt werden. Die Koordination war entscheidend da die Serviceanlage auch während der Bauphase rund um die Uhr in Betrieb bleiben musste und verschiedene Partner die Gleise nutzen. «Die Spezialisten und Generalplaner der Rapp AG erleichterten die effiziente Bearbeitung der zahlreichen Themen, Schnittstellen und Abläufe bei der Projektierung und Ausführung des Gebäudes und der Gleisanlagen», fasst Alain Bärenfaller, Gesamtleiter Projekte Architektur, die Vorteile der Leistungen aus einer Hand zusammen.

Yves Schaller, Teamleiter Projektmanagement Verkehrsanlagen, betont: «Mit unserem breiten Wissen in der Planung und Umsetzung ist es uns gelungen, die komplexen Anforderungen unter grossem Zeitdruck zu erfüllen.» Hinzu kamen Vorgaben der SBB für Projekte im Umfeld, die im Terminplan ebenfalls berücksichtigt werden mussten. «In der Bauphasenplanung für die SBB wird bereits drei Jahre vor Baubeginn festgelegt, welche Gleise gesperrt werden. Spätestens ein Jahr vor Baustart sind die Sperrungen in der Regel minutengenau fixiert», ergänzt Schaller. 

Serviceanlage Wolf_Luftaufnahme
© SBB

35 Mio. CHF

Investitionssumme

6 500 m2

Bruttogeschossfläche

200 m

lange Standplätze

500 m

neue Geleise

Harmonisches Erscheinungsbild

Der Erweiterungsbau lehnt sich optisch eng an die bestehende Gebäudekubatur an. Die enge Zusammenarbeit mit Herzog & de Meuron garantiert ein möglichst identisches Erscheinungsbild. Es handelt sich um eine Quasi-Kopie des Bauwerks von 1995, die jedoch unter Berücksichtigung der neuesten Bau- und Energievorschriften und nach den geltenden Regeln der Baukunst errichtet wurde. Als Generalplaner für die SBB Immobilien koordinierte Rapp alle Teilprojekte der verschiedenen SBB-Divisionen. Dazu gehören im Aussenbereich die Erschliessung über die bestehende Gleisanlage und die Anpassung des Gleisfeldes (SBB Infrastruktur) sowie im Innenbereich die Betriebseinrichtungen, wie Dacharbeitsbühne, Hebebühnen, Krananlage, Reinigungsstationen (SBB Personenverkehr).

Die Erweiterung der Serviceanlage in Basel markiert einen wichtigen Schritt in der Modernisierung und Anpassung an die wachsenden Anforderungen im internationalen Zugverkehr. Mit dieser zukunftsorientierten Investition sind die Schweizerischen Bundesbahnen SBB optimal gerüstet, um auch weiterhin einen reibungslosen und effizienten Betrieb zu gewährleisten.

Menschen hinter dem Projekt

«Wir bauen buchstäblich für Generationen. Gebäude und Tragwerke wie hier bei der Serviceanlage der SBB werden heute viel länger genutzt, auch weil Gebäude heute seltener abgerissen werden als früher. Für uns ist es wichtig, die Tragwerksplanung, sorgfältig zu dokumentieren, um spätere Umbauten oder Umnutzungen zu ermöglichen.»

Hannes Oberholzer, Teamleiter Tragwerke

«Bei der Planung arbeiten wir eng mit unseren Kundinnen und Kunden zusammen. Wir klären unter anderem ab, welche Bedürfnisse und Anforderungen sie haben und wie lange sie die Anlagen nutzen wollen. So auch bei der Serviceanlage der SBB in Basel.» 

Yves Schaller, Teamleiter Projektmanagement Verkehrsanlagen