Einzelmassnahmen Osttangente Basel
Die Osttangente der Autobahn A2 ist seit rund 50 Jahren in Betrieb und weist mittlerweile erhebliche Alterungserscheinungen auf. Deshalb wird sie in mehreren Etappen umfassend instand gestellt. Den Auftakt machte im Jahr 2023 der Abschnitt bei der Unterführung «Lagerhaus». Aktuell konzentrieren sich die Arbeiten auf die Stammstrecke im Bereich des Tunnels Schwarzwald und der Brücke Bäumlihof. Die Schwarzwaldbrücke und die Brücken Breite werden folgen. Für diese werden aktuell die notwendigen Umweltnotizen ausgearbeitet.
Auch bei Instandsetzungsarbeiten an bestehenden Verkehrsinfrastrukturen entstehen Emissionen, werden Materialien eingebracht oder müssen entsorgt werden und temporäre Eingriffe in die Umgebung sind notwendig. Die Osttangente der Autobahn A2 bildet keine Ausnahme. Doch welche umweltrelevanten Auswirkungen hat eine solche Sanierung überhaupt – zumal ein Grossteil der Arbeiten innerhalb des bestehenden Strassenperimeters erfolgt? Eine differenzierte Betrachtung zeigt: Von Lärmemissionen über Luftschadstoffe bis hin zum Umgang mit belasteten Baumaterialien sind zahlreiche Umweltaspekte zu berücksichtigen.
Lärmabschirmung während der HDW-Arbeiten im Tunnel
Lärmemissionen durch Nachtarbeiten
Im Vordergrund stehen die Lärmemissionen, da die N02 inmitten durch bewohntes Gebiet führt und die Arbeiten teilweise – wegen der notwendigen Spursperrungen - auch nachts ausgeführt werden müssen. Hier ist seitens der ausführenden Unternehmungen ein hohes Mass an Kreativität gefragt. Die Abbildung rechts zeigt den Schutzvorhang, der im Portalbereich für die nächtlichen Abtragsarbeiten mit Wasserhöchstdruck (HDW) montiert wurde.
Lärmarme Baumaschine
Luftreinhaltung
Ein weiterer zentraler Aspekt ist der Erhalt der Luftqualität – insbesondere bei Korrosionsschutzarbeiten. Hier gelangen die Planungsgrundlagen des BAFU zum Umweltschutz bei Korrosionsschutzarbeiten zur Anwendung. Je nach Schadstoffgehalt und Grösse der zu behandelnde Fläche werden angepasste Massnahmen zur Emissionsminderung umgesetzt.
Im Hinblick auf die Ausführung in einem ohnehin mit Luftschadstoffen vorbelasteten Raum verlangt das ASTRA emissionsarme Baumaschinen der EU-Stufe IV und V. Diese Maschinen haben einen um Faktor 8 tieferen Stickoxid-Ausstoss als vergleichbare ältere Maschinen.
Schadstoffe aus der Bauzeit der 1970er-Jahre
Da die Osttangente in den 70er Jahren erbaut wurde, einem Zeitraum, in dem schadstoffhaltige Materialien noch grosszügig verwendet wurden, kommt auch der Erfassung der Schadstoffsituation eine grosse Bedeutung zu. Hierunter ist vor allem Asbest zu nennen, das sowohl in Leitungen (Faserzement), aber auch in Fugen verbaut wurde, was vor allem beim Abtrag mittels HDW ein Problem darstellt bzw. eine vorgängige Entfernung erfordert.
Da der Deckbelag in den vergangenen Jahrzehnten schon mehrfach ersetzt wurde, weist er einen tiefen Gehalt an polycylischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) auf, was die Entsorgung erleichtert bzw. die Abgabe an ein Belagswerk zulässt, wo das Material wiederaufbereitet wird. Anders sieht es bei den tieferliegenden Schichten aus, die mit der derzeitigen Sanierung jedoch nicht angetastet werden.
Kleinere Bodenflächen, die abgetragen werden mussten, wurden vorgängig auf ihre chemische Zusammensetzung analysiert. Hier zeigte sich, dass – analog anderen städtischen Böden - nicht mehr der PAK-Gehalt, sondern die Konzentration an per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) die Wiederverwendung bzw. die Entsorgung des Materials bestimmt.
Naturschutz und Flächenwiederherstellung
Nicht zuletzt spielen auch klassische Naturschutzthemen, wie Baumschutz oder Wiederherstellung von temporär beanspruchten Flächen mit artenreichen Wildblumenwiesen oder Blumenrasen eine Rolle. Beim Einsatz von Neumaterialien schaut das ASTRA nach vorne und legt Wert darauf, dass neu eingesetzte Baumaterialien umweltverträglich und vor allem frei von PFAS sind. Die Hersteller oder die Sicherheitsdatenblätter der einzelnen Produkte geben hierüber Auskunft.