Ausgangslage

Auf Basis des Postgebäudes vor dem Bahnhof Basel planen die Post Immobilien AG und die SBB AG ein neues städtebauliches Ensemble: das Nauentor. Zusammen mit der gleisüberspannenden raumhaltigen Grundkonstruktion entstehen ein 3-geschossiger Sockelbau und drei Hochbauten mit jeweils einer Höhe von rund 87 m. Neu durchquert eine öffentliche Magistrale die gesamte Überbauung. Mit der Kombination von Wohnen, Arbeiten und öffentlichkeitsorientierten Nutzungen entsteht ein attraktiver und lebendiger Ort.

Auftrag

Aufgrund der Nähe der Hochhäuser zum Heizwerk der Industriellen Werke Basel verlangt das Lufthygieneamt beider Basel (LHA) einen Nachweis, dass die Abgase der Kamine die neue Bebauung nicht oder nur geringfügig beeinflussen. Massgeblich für die Beurteilung sind sowohl die Grenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) als auch die Immissionskonzentrationen im Vergleich zu weiter entfernt liegenden Überbauungen. Hinsichtlich der Parameter stehen die Luftschadstoffe, welche bei der Verbrennung von Erdgas anfallen, im Vordergrund der Betrachtungen. Somit sind die Kohlenmonoxide und -dioxide (CO/CO2) sowie die Stickoxide (NOX/NO2) zu beurteilen.

In ihrer Funktion als Bauherr hat uns die PostFinance AG mit einer Modellierungsstudie beauftragt, in deren Rahmen wir mögliche Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte prüfen.

Resultat

Anhand der Modellierungen kann beurteilt werden, ob das Zusammenwirken ungünstiger Umstände wie eine Südwestwindlage mit hohen Windgeschwindigkeiten und der 24-h-Betrieb des Heizwerks zu erhöhten Immissionswerten bei der Überbauung «Nauentor» führen. Die Ergebnisse wurden an der öffentlichen Planauflage im Mai 2018 vorgestellt.

Die Simulation der Luftschadstoffimmissionen wurde anhand von zwei verschiedenen numerischen Methoden durchgeführt – dem Rechenprogramm AUSTAL2000 und der Software Fire Dynamic Simulator (FDS).

«In Bezug auf die Luftreinhaltung ermöglicht die Kombination dieser Anwendungen sowohl eine ganzheitliche Betrachtung des Neubauprojekts als auch eine Lokalisierung von Problemzonen am Gebäude.»

Dr. Daniela Soltermann, Projektleiterin Rapp Infra AG

Windsimulation Südwestwind 1 m/s, Horizontalschnitt 80 m über Terrain