Neubau Zentrallager Holz
Im Jahr 2020 hat Building Materials Suisse (BMS) beschlossen, alle dezentralen Lagerstandorte in ein Zentrallager zu verlagern. Die Wahl fiel auf die Gemeinde Bulle im Kanton Fribourg. Die einzelnen Standorte sollen nur minimale Lagerbestände für die Bedienung der Selbstabholer verwalten. Die Rapp AG hat BMS von der Idee bis zur Inbetriebnahme des Zentrallagers für Holz beraten und begleitet.
Ausgangslage
Die BMS Building Materials Suisse betreibt mehrere Lagerstandorte für Holzprodukte in der Westschweiz. Im Rahmen einer umfassenden Standortentwicklung und Betriebsoptimierung beschloss BMS im Jahr 2020, sämtliche dezentralen Standorte in ein zentrales Logistikzentrum zu verlagern. Dadurch sollen die einzelnen Niederlassungen künftig nur minimale Lagerbestände für Selbstabholer vorhalten. Der Standort in Bulle (Getaz-Miauton) bietet durch eine Landreserve von rund 12 000 m² ideale Voraussetzungen für eine effiziente Standort- und Lagerplanung.
Aufgaben Rapp AG
Rapp AG übernahm die Gesamtkoordination von der Potenzialanalyse über die Arealplanung bis hin zur Logistikberatung und Lagerplanung. Nach dem Zusammentragen der Planungsgrundlagen – darunter Produktsortiment, Lagerbewegungen und Wareneingänge – wurden erste Logistikplanungen mit Fokus auf Flächenbedarf und Betriebseffizienz durchgeführt. In enger Zusammenarbeit mit Architekten und Verkehrsplanern ermittelte das Projektteam die technische Machbarkeit und die optimale Nutzung der vorhandenen Flächen. Die Machbarkeitsstudie bestätigte, dass der Neubau eines leistungsfähigen Zentrallagers am Standort Bulle realisiert werden kann. Anschliessend erfolgte eine grobe Kostenschätzung für Gebäude und Betriebseinrichtungen, gefolgt von einer strukturierten Logistik-Prozessoptimierung der internen Abläufe.
Start der Logistik- und Layoutplanung
Im Rahmen der Logistikoptimierung prüfte Rapp verschiedene Lagersysteme (manuelle und automatische Varianten mit Höhen bis 20 m). Aufgrund der unterschiedlichen Abmessungen und Gewichte der Lagergüter – Langgut bis 7 m, Holzplatten bis 5 × 2,5 m, Gewichte bis 5 t – fiel die Entscheidung auf ein manuelles Lagersystem mit Kragarmregalen und Blocklagerung bis 7 m Höhe.
Für die effiziente Bedienung der Regale kamen schienengeführte Seitenstapler und freifahrende Vierwegestapler zum Einsatz. Der papierlose Kommissionierungsprozess wird durch mobile Datenerfassung (MDE) unterstützt und folgt modernen Prinzipien der Kommissionierstrategien.
Nach Abschluss der Logistikplanung und Layoutgestaltung erfolgten die Ausschreibungen und Vergaben für Lagersysteme und Fahrzeuge. Parallel dazu definierte Rapp eine feste Lagerplatzzuteilung von rund 2000 Plätzen, die direkt in das ERP-System integriert wurde.
Dank sorgfältiger Gesamtplanung, umfassender Prozessoptimierung und präziser Logistikberatung konnte das neue Zentrallager im Dezember 2023 termingerecht in Betrieb genommen werden – nach nur drei Jahren Gesamtprojektzeit von der ersten Idee bis zum operativen Betrieb.