Die Tragwerksplanung eines Gewerbeneubaus ist an sich schon eine anspruchsvolle Aufgabe – wenn der Standort jedoch unmittelbar an einen Rutschhang grenzt, steigen die Anforderungen erheblich. Zudem hatten die Nutzeranforderungen des Ankermieters ALDI für den Mieterausbau massgeblichen Einfluss auf die Tragwerksplanung.
Die Rapp AG übernahm die Verantwortung für die Baugruben- und Tragwerksplanung von der Vorprojektphase bis zum Ausführungsprojekt. Ingenieurtechnische Lösungen zur Hangsicherung sowie die durchdachte Materialwahl gewährleisten die Langlebigkeit und Funktionalität des Gebäudes.
Die Baugrube: Harter, verwitterungsanfälliger Fels, mehrere Hangquellen und Rutschmassen
Eine der grossen Herausforderungen war die Baugrube. An der Nordostseite des Gebäudes fällt das Gelände steil ab, mit rutschgefährdeten Deckschichten und unsicherem Felsuntergrund. Die Hangsicherung wurde über 12 m hoch und im oberen Bereich als Nagelwand dimensioniert.
Harte Felsbänke wechselten mit weichen Zonen, wobei sich der Kalkfels als nicht witterungsbeständig erwies. Daher wurde auch im unteren Bereich die Nagelwand bemessen.
Die geplante, bis zu 4,10 m hohe Stützmauer im Zickzackverlauf hatte auf der schmalen Felsterrasse zwischen Baugrube und Parzellengrenze zu wenig Fussbreite. Der Fuss der Stützmauer erhielt zur horizontalen Abstützung gegen den Neubau einen Fussriegel. Dessen schlanke bergseitige Wandstützen konnten die Hanglast nur bedingt aufnehmen, was eine nach unten angepasste Fussriegelform erforderte. Die Zickzackform des Mauerverlaufes erhöhte die Stabilität und reduzierte die Bewehrung des Mauerfusses.