Verkehrsmodell des Kantons Thurgau (VMod TG)
Der Kanton Thurgau beauftragte die Rapp AG mit der Neuentwicklung eines makroskopischen Verkehrsmodells, mit dem der Kanton eigenständige Prognosen rechnen kann, die es erlauben, die Auswirkungen der kantonalen Bevölkerungs- und Raumentwicklung, sowie des Verkehrsangebots auf den Verkehr im Kanton zu quantifizieren.
Kartographische Darstellung des Strassenverkehrs im VMod TG
Modellarchitektur
Das von Rapp erstellte Modell («VMod TG») bildet den Analysezustand 2019 sowie die beiden Prognosezustände 2040 und 2050 ab. Die Nachfrage im Modell umfasst alle Verkehrsmittel der privaten Mobilität (ÖV, PW, Fuss und Velo) sowie den Güter- und Lieferwagenverkehr. Das Modell ist in der Lage, die Verkehrsmengen auf den Strassen und auf dem Netz des öffentlichen Verkehrs zu berechnen.
Die Ergebnisse der Modellrechnungen sind differenziert nach durchschnittlichem Werktagsverkehr (DWV), durchschnittlichem Tagesverkehr (DTV), sowie nach Morgen- und Abendspitzenstundenverkehr (MSP, ASP). Die gewählte Architektur des Verkehrsmodells Thurgau ist eine Verfeinerung und Erweiterung des Nationalen Personenverkehrsmodells (NPVM), wobei sich die Grundstruktur von Netzabbildung und Nachfrageberechnung am NPVM orientiert. Das VMod TG basiert auf der Software PTV Visum.
Feinstruktur von Knoten und Strecken im Netzmodell
Bearbeitung
Der Modellraum umfasst zwei Teilräume - einen schweizerischen und einen deutschen. Neben dem Kanton Thurgau umfasst das endogene Modellgebiet (Planungsraum) die Gemeinden Will (SG) und Konstanz (DE). Das erweiterte Modellgebiet (Untersuchungsraum) bildet angrenzende Kantone und Landkreise ab. Die Zonierung im Planungsraum wurde gegenüber dem NPVM stark verfeinert, um eine höhere Modellauflösung zu erreichen. Insgesamt umfasst das Modell 1'700 Zonen. Diese bilden die Start- und Zielpunkte der Wege und Fahrten. Keine Zone weist dabei mehr als 1'000 Einwohner aus. Das Netzmodell wurde so verfeinert, dass es der kleinräumigen Zonierung entspricht. Das Strassennetz ist detailliert und enthält auch Attribute der Kreuzungen, was die Berechnung von Zeitverlusten differenziert nach Abbiegerichtung, Streckenhierarchie und aktueller Auslastung ermöglicht.
Darstellung des grenzüberschreitenden Verkehrs (Grenzpendler: gelb, Einkaufsverkehr: grün)
Resultate
Die Modell-Kalibration erreichte alle zwischen dem Auftraggeber und der Rapp AG vorab definierten Qualitätskennzahlen. Das fertige Modell berechnet nicht nur die Verkehrsnachfrage innerhalb der Schweiz, sondern auch die grenzüberschreitende Mobilität. Deren wichtigste Segmente sind Grenzgängerverkehr (Wohnen in DE und Arbeiten in CH) und Einkaufsverkehr (Wohnen in CH und Einkaufen in DE). Mit dieser Modellsegmentierung wird der besonderen Situation des Kantons Thurgau Rechnung getragen.