Der Kanton Neuchâtel verfügt über ein ausgedehntes Netz des öffentlichen Verkehrs, das auf gewissen Verbindungen eine Alternative zum Strassenverkehrsnetz darstellt. Wegen der stetig wachsenden Verkehrsnachfrage und den damit einhergehenden Überlastungen auf dem Strassennetz plant der Kanton einen gezielten Ausbau des ÖV-Netzes.

Damit verschiedene Ausbau-Varianten miteinander verglichen werden können, entwickelt Rapp in Zusammenarbeit mit PTV France, Strasbourg und Robert-Grandpierre et Rapp SA, Lausanne et Genève das Gesamtverkehrsmodell Neuchâtel zur Prognose der zukünftigen Verkehrsnachfrage in den Jahren 2025 und 2030.

Das Modell nutzt den Aktivitätenketten-basierten Ansatz der VISEM-Logik und berücksichtigt u.a. ein nach Makrozonen (Regionen) differenziertes Verhalten der Personengruppen sowie eine kombinierte Verkehrsverteilung / Verkehrsmittelwahl mittels LogSum-Ansatz. Erzeugt werden so nach verschiedenen Fahrtzwecken getrennte Quell-Ziel-Matrizen im motorisierten Individualverkehr (MIV), im öffentlichen Verkehr (ÖV) und für den Langsamverkehr für einen durchschnittlichen Werktag (DWV) sowie die Morgenspitze. Die Wunschlinien des MIV (Linear User Cost Equilibrium) und des ÖV (fahrplanfeine Umlegung) werden abschliessend auf das Netz umgelegt.

Mit dem Verkehrsmodell Neuchâtel steht ein präzises Instrument bereit, um die zukünftigen Angebotskonzepte des ÖV zu prüfen und die Wirkung auf den Strassenverkehr abzuschätzen. Das Modell steht auch vielen weiteren Anwendungsbereichen in der Verkehrs- und Mobilitätsplanung des Kantons zur Verfügung.