Was waren dann später deine Schlüsselprojekte?
In den 90er Jahren drehte sich bei mir vieles um Standortevaluierungen und Machbarkeitsstudien für KV-Terminals und Speditionshöfe – auch international mit Standortplanungen in Österreich und Deutschland. Dazu kamen spannende Projekte in der Abfalllogistik und im Schienengüterverkehr, teilweise mit selbst entwickelten Methoden. Das Thema Planungsmethodik hat mich besonders gepackt – es hat mich nie ganz losgelassen. Später kamen andere Themen hinzu, die mich über viele Jahre begleitet haben. Darf ich etwas weiter ausholen?
Bitte!
Seit den 2000er Jahren habe ich an verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprojekten zum intermodalen und städtischen Güterverkehr teilgenommen. Hinzu kamen Evaluationen von staatlichen Förderprogrammen im Bereich des Kombinierten Verkehrs und des Schienengüterverkehrs. Zwischen 2010 und 2020 drehte sich vieles um Verlagerungsanalysen, Studien zu Cargo Sous Terrain, die Entwicklung des Transeuropäischen Netzes – Transportkorridor Rotterdam-Genua, CO₂-Bilanzen und Zukunftsvisionen für den Güterverkehr 2050.
Da ist einiges zusammengekommen! Womit hast du dich in letzter Zeit hauptsächlich beschäftigt?
In den letzten Jahren habe ich mich vor allem mit Güterverkehrskonzepten und -strategien für Kantone und Städte beschäftigt – inklusive Zielbilder für den Schienengüterverkehr. Dazu kamen City-Logistik-Projekte, City Cargo Hubs und Strategien zur Sicherung von Logistikflächen. Wichtig war neben der inhaltlichen Arbeit auch der Planungsprozess mit dem Einbezug von Wirtschaft und Verwaltung – oft über Workshops oder Sounding Boards. Zunehmend war ich auch in der Bauherrenunterstützung tätig, beispielsweise für kantonale Güterverkehrskoordinationsstellen.
Neben Planungs- und Beratungsprojekten warst Du auch an zahlreichen Forschungsprojekten beteiligt. Erzähl doch mal!
Auch im Bereich Verkehr und Logistik spielt Forschung eine wichtige Rolle – sie hilft, offene Fragen fundiert zu klären und die Planungsgrundlagen laufend zu verbessern. Im Alltag von Planungs- und Beratungsprojekten fehlen jedoch oft Zeit und Budget, um bestimmten Fragestellungen wirklich auf den Grund zu gehen oder neue Erkenntnisse zu erarbeiten. Forschung war für mich daher immer eine sinnvolle und bereichernde Ergänzung zur praktischen Arbeit. Dabei hat mich besonders die anwendungsorientierte Forschung interessiert – also Projekte, deren Ergebnisse direkt in der Praxis genutzt und in Planungs- oder Beratungsprozesse integriert werden können. Publikationen und die Teilnahme an Konferenzen gehören zwingend zur Forschung dazu. Wenn man Forschungsgesuche einreicht, ist es wichtig nachzuweisen, dass man mit den Forschungsthemen vertraut ist und auch entsprechende Publikationen und Vorträge vorweisen kann.