Lieber Matthias, seit Herbst 2015 bist du Teil des Teams bei Rapp Enserv. Ursprünglich angestellt als Gruppenleiter im Datenmanagement beinhaltet dein Job in der Zwischenzeit viele weitere Funktionen. Erzähl doch mal.  

Was prägt deinen Job hauptsächlich?

Matthias: Die Drehscheibenfunktion mit all ihren Facetten. Sei dies in meiner Aufgabe als Gruppenleiter, wo ich mein Team leite und manage, als Business Analyst wo ich die Realisierbarkeit der internen und extern geprägten Wünsche gegenüber der internen IT Abteilung vertrete, oder als Super-User / Supporter, wo ich die Probleme der Anwender Teilweise selber zu lösen versuche.
Täglich stehe ich im Dialog mit verschiedenen Anspruchsgruppen. Dabei ist es enorm wichtig, zuzuhören, ihre Wünsche richtig zu erfassen und dafür eine Lösung oder den richtigen Ansprechpartner zu finden. Daraus leite ich Anforderungen ab, entwickle neue Prozesse, oder verbessere die bereits Bestehenden. Mein Job ist jeden Tag anders und birgt ständig neue Herausforderungen.   

Du wurdest als Gruppenleiter angestellt. Inzwischen beinhaltet deine Funktion auch Aufgaben als Business Analyst und Qualitätsmanager. Wie kam das?  

Matthias: Im Datenmanagement laufen alle Abrechnungsprozesse zusammen, daher bin ich schon seit Beginn meiner Tätigkeit mit sich verändernden Anforderungen an das Abrechnungssystem konfrontiert. Die Datenqualität spielt dabei eine grosse Rolle. Präzise Prozessabläufe im Abrechnungssystem sind ein Muss. Die Datenkonsistenz ist auf jeder Ebene der Prozesskette zu gewährleisten, auch wenn die Komplexität mit der fortschreitenden Digitalisierung zunimmt. Mit der Zeit wuchs die Verantwortung und die Projekte wurden grösser. Als Annette Rapp Geschäftsführerin wurde, durfte ich von ihr das Qualitätsmanagement für unsere Betriebsgesellschaft übernehmen.

Was gehört alles zur Tätigkeit eines Business Analysten?

Matthias: Der Business Analyst untersucht die Prozesse und versucht Anforderungen und Wünsche der Stakeholder wirtschaftlich in der Firma umzusetzen. Diese Aufgabe passt perfekt zu meiner Drehscheibenfunktion innerhalb der Firma und meinen Interessen. Um meine Kompetenzen als Business Analyst zu stärken, durfte ich berufsbegleitend die Weiterbildung zum DAS Business Analyst FHNW absolvieren. In meiner Abschlussarbeit habe ich die reale Problematik unserer Offertstellung untersucht und die angestrebte Lösung mit den Entwicklern unserer internen IT-Abteilung praktisch umgesetzt. Unsere Sachbearbeiter/innen im Bereich «Abrechnung» können heute Zählerofferten für unsere Kunden direkt in unserer Abrechnungssoftware erstellen. Dafür brauchte es früher drei Abteilungen.

Du konntest den Prozess somit vom Anfang bis zur Umsetzung betreuen. Ist das bei euch die Regel oder eher die Ausnahme?

Matthias: Glücklicherweise ist das bei uns eher die Regel. Beispielsweise bin ich bei unserem Webportal www.connect.rapp.ch der erste Ansprechpartner für unsere Kunden bei generellen Anfragen, oder Problemen mit dem System. Mit unseren Entwicklern lösen wir diese Probleme, warten das aktuelle System und entwickeln laufend innovative Lösungen und Verbesserungen. Die Umsetzungen bilden wir in unseren Prozessen anschliessend korrekt ab und informieren Mitarbeitende und Kunden. Ich schätze den beidseitigen Kontakt und die Einsicht in die verschiedensten Prozesse. Und schlussendlich schliesst sich der Kreis wieder. 

 
Wie sieht ein normaler Tag bei dir aus? Gibt es bei dir Standardaufgaben?

Matthias: Jein. Natürlich gibt es einerseits wiederkehrende Tätigkeiten. Die Problemstellungen variieren aber enorm. Zudem lässt sich schwer vorhersagen, wann das System streikt. Es gibt Tage, da müssen wir alles stehen und liegen lassen. Da kommt der Kundensupport einfach zuerst. Ich habe aber festgestellt, dass die Tätigkeiten eher saisonal variieren. «Matthias grinst» Im Sommer sind unsere Ableser unterwegs, um die Zählerstände abzulesen. Da werden wir vermehrt mit Supportfragen konfrontiert. Während wir im Herbst/Winter mehr mit Projekt- und Prozessarbeiten beschäftigt sind.  

Was schätzt du an deinem Beruf?

Matthias: «Denkt kurz nach» Vieles. Den vielseitigen Kontakt, intern, extern und über alle Abteilungen hinweg. Wir können uns täglich mit allen Projektbeteiligen austauschen. Das Projektteam kennt sich, ist eingespielt und verfügt über klare Rollen. Dadurch, dass unsere IT in-house ist, können wir sehr schnell auf geänderte Anforderungen reagieren. Unser agiles Projektmanagement erlaubt uns die Zusammenarbeit ohne räumliche Barriere und gibt die Möglichkeit, Bausteine eines abgeschlossenen Projektes bei neuen Projekten einzusetzen.

Wir kreieren laufend zukünftige digitale Lösungen und gehen mit der Zeit. Unsere Produktepalette erweitert sich stetig mit Applikationen für Kunden und Mitarbeitende. Unsere neue Produktplattform PIM, habe ich als Product Owner vom Mockup, über die Anforderungen, bis hin zur endgültigen Lösung betreut. Das motiviert mich persönlich sehr, da am Ende ein tolles Produkt entsteht. Mein Aufgabenbereich ist nie starr, sondern passt sich der laufenden Entwicklung an.

Lieber Matthias, vielen Dank für das tolle Interview. Wir wünschen dir in deiner Arbeit weiterhin viel Freude und beobachten auf der Produkteplattform PIM  gespannt, welche digitalen Neuerungen folgen.