Die Permalogistik braucht Logistikstandorte

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Alle Zeichen deuten auf eine Permalogistik hin

Die Logistik verändert sich rasant im Zuge der Neugestaltung und Anpassung von Geschäftsprozessen und Geschäftsmodellen in Industrie und Handel. Treiber hinter der Entwicklung sind die arbeitsteilige Wirtschaft und die Digitalisierung mit ihren Ausprägungen für die Industrie 4.0, Supply Chain 4.0 oder Logistik 4.0. Konsumtrends wie der sogenannte „every-where-commerce“ werden durch den Distanzhandel gezielt stimuliert. Leanmanagement- und working-capital-Ansätze setzen zudem enormen Druck auf die Bestände von Waren, welche möglichst bedarfsgerecht produziert und bereitgestellt werden. Das Blut der Wirtschaft, sinnbildlich gemeint sind die Güterströme, steht im permanenten Fluss und in der idealisierten 365Tag/24h- Welt wird nur so viel produziert, wie nachgefragt wird. Die Folge davon ist eine Permalogistik rund um die Uhr zu jeder Zeit und überall, in welcher sich Logistiker um den Raum für die Lagerung, Pufferung, Umschlag und den Transport der Güter kümmern dürfen.

Alle brauchen sie, niemand will sie

Unternehmen und Haushalte sind auf eine effiziente und zuverlässige Ver- und Entsorgung angewiesen. Die Logistik, obwohl bereits hoch automatisiert und auf industrialisiertem Niveau, hat jedoch das Image, wertschöpfungstief, flächenintensiv und emmissionsintensiv zu sein. Welche Standortförderung stützt schon die Ansiedlung von Logistiknutzungen, stellen doch wertschöpfungsintensivere Nutzungen lukrativere Gewinne in Aussicht. Das Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Logistikmarktwachstum deutet auf einen höheren Flächenverbrauch für Logistik hin und durch die raumplanerischen Verdichtungsstrategien in urbanen Räumen werden zusehends Industrie- und Gewerbezonen für Mischnutzungen geöffnet. Die Logistik erfährt eine weitere Nutzungskonkurrenz, um das knappe Gut Fläche und Raum.    

Die Logistikstandortplanung hilft

Flächeneffiziente Logistik, innovative Konzepte der Intra- und Areallogistik und Logistikstandortplanung sind Ansätze, um mit den wachsenden Herausforderungen umgehen zu können. In der Standortbewertung und –evaluation werden bestehende und neue Standorte hinsichtlich Eignung vor dem Hintergrund von Netz- und Supply-Chain Konzepten beurteilt. Der Bedarf an unterschiedlichen Logistik-Ressourcen (Lager, Umschlag, Transport, Kommissionierung) wird aufgrund der Prozesse und der Mengenflüsse ermittelt. Mittels Nutzungs- und Machbarkeitsstudien werden Strukturen, Layouts, Anlagen und Erschliessungen dimensioniert. Dabei steht oft nicht der Start auf der grünen Wiese, sondern die Weiterentwicklung bestehender Standorte, Anlagen und Gebäude im Vordergrund.

Die Logistik kehrt in die Stadt zurück

Eine besondere Herausforderung stellen Mischnutzungen unterschiedlicher Arten dar, seien dies Logistik und Büronutzungen oder Logistik und Wohnnutzungen, insbesondere in urbanen Räumen. Die Logistik erobert nach einer längeren Phase der Verdrängung aus der Stadt (sogenannter Logistcs sprawl) wieder Standorte im urbanen Raum. Dabei stehen innovative Konzepte, wie z.B. das multimodal erschlossene Logistik-Hotel von Paris, Pate für den Anti-Trend. In den Städten Zürich (Hardfeld) und Genf (la Praille) werden Areale im Hinblick auf ihren Beitrag für die City-Logistik entwickelt. Ferner kümmert sich die Logistikstandortplanung nicht nur um die grossen Areale und Anlagen, denn zusehends zählen auch kleinere Anlagen, wie z.B. Abholstationen oder sogenannte Mikro-Hubs im urbanen Raum zu den Mikro-Logistikstandorten, welche geeignete Standorte benötigen.

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