Auf dem MAIN CAMPUS in Allschwil entsteht mit dem HORTUS (House of Research, Technology, Utopia and Sustainability) ein innovatives und ressourcenschonendes Bürogebäude. Durch den konsequenten Einsatz von Naturmaterialien gleicht das Gebäude seine graue Energie aus und wird nach rund 30 Jahren energiepositiv sein. Das Projekt setzt neue Massstäbe im Bauwesen und zeigt, wie Architektur und Ingenieurwesen zukunftsweisend zusammengeführt werden können. Die Rapp AG war massgeblich an der Werkleitungs- und Entwässerungsplanung beteiligt.
Herausforderungen in der Werkleitungserschliessung
Die Planung der Werkleitungen für den HORTUS war aufgrund der ressourcenschonenden Bauweise und der architektonischen Vision von Herzog & de Meuron und ZPF Ingenieure mit komplexen Herausforderungen verbunden. Der langlebige, aber umweltbelastende Baustoff Beton wurde weitgehend vermieden – auf ein Untergeschoss wurde deshalb verzichtet, lediglich die Trafostation musste unterirdisch gebaut werden.
Die zentralen Herausforderungen in der Projektierung
|
Dank der Rapp AG konnten komplexe Herausforderungen in der Werkleitungs- und Entwässerungsplanung vom HORTUS nachhaltig und effizient gelöst werden.
Thomas Müller, Projektleiter Senn Construction AG
Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten individuelle Lösungen entwickelt werden. So wurden die Einstiegsschächte für die Kanalisation und die Elektroleitungen im Innenhof geschickt unter dem Holzboden der Terrasse versteckt. Unsichtbare Öffnungen ermöglichen den Zugang, ohne die Ästhetik zu stören. Diese Lösungen wurden in enger Zusammenarbeit mit Herzog & de Meuron entwickelt.
Ressourcenschonende Entwässerungslösungen
Das Regenwassermanagement vom HORTUS ist ein Paradebeispiel für ressourcenschonende Planung. Die Dachentwässerung des Gebäudes wird aufgefangen und bis in den Innenhof geleitet, wo ein Regenwassertank das Wasser speichert und für die weitere Nutzung im Gebäude zur Verfügung stellt. Das so gesammelte Regenwasser wird als Grauwasser für Toilettenspülung, Bewässerung und Reinigung verwendet. Ein Notüberlauf schützt bei extremen Regenereignissen oder bei vollem Tank vor Überschwemmungen, indem überschüssiges Wasser in eine Versickerungsanlage auf dem südlichen Nachbargrundstück geleitet wird. Diese Lösung unterstützt die natürlichen Wasserkreisläufe und reduziert den Trinkwasserbedarf.
3D-Modellierung: Der digitale Bauplan der Zukunft
Die gesamte Werkleitungsplanung für HORTUS wurde modellbasiert durchgeführt. Die 3D-Modellierung ermöglichte eine genaue Mengenermittlung und vereinfachte die Koordination zwischen den verschiedenen Fachbereichen. Auf der Baustelle diente das Modell als zentrale Informationsquelle. Ein Lageplan zur Orientierung war zwar vorhanden, aber alle notwendigen Informationen wurden direkt aus dem 3D-Modell entnommen. Dies minimierte Missverständnisse und steigerte die Effizienz erheblich.
Als junges Team durften wir von der Planung bis zur Umsetzung viel Verantwortung übernehmen. Ein Meilenstein, der uns stolz macht und für zukünftige Herausforderungen stärkt.
Leonor Mendes, Konstrukteurin / BIM-Managerin Fachkoordination
Lionel Kumbartzki, Projektingenieur Wasser und Abwasser
Menschen hinter den Projekten
«HORTUS war für mich ein prägendes Erlebnis. Als junge Projektleiterin durfte ich früh Verantwortung übernehmen, was mich sowohl fachlich als auch persönlich enorm wachsen liess. Die vielen Erfahrungen, die ich dabei gesammelt habe, haben mein Selbstvertrauen nachhaltig gestärkt.»
Leonor Mendes, Konstrukteurin / BIM-Managerin Fachkoordination
«Im Projekt HORTUS war ich als Bauleiter tätig. In dieser Rolle begleitete ich die Umsetzung der geplanten Arbeiten. Das Projekt war sehr komplex, umso mehr freute es mich, als junger Bauleiter auf ein hervorragend funktionierendes Team zählen zu dürfen, das mich jederzeit unterstützte.»
Lionel Kumbartzki, Projektingenieur Wasser und Abwasser
Weiterführende Informationen
Zugehörige Projektreferenzen
Mobilitätsmanagement statt Einbahnstrasse
Nährboden für kreative Ideen