Erschwingliches Wohnen für alle am Kohlistieg

Günstiger Wohnraum ist gesucht

Um allen eine Wohnung zu tragbaren Bedingungen zu sichern, reichen die Marktkräfte nicht aus. Auch wenn sich der Wohnungsmarkt in der Schweiz generell etwas entspannt hat, sind günstigere Mietwohnungen nach wie vor Mangelware. Der gemeinnützige Wohnungsbau leistet hier einen kostendämpfenden Beitrag. Entsprechend kommt der genossenschaftliche Wohnungsbau nach langer Stagnation wieder in Schwung: In den kommenden Jahren entstehen in Basel und der Region rund 1500 Genossenschaftswohnungen.

Am Kohlistieg in Riehen ist in einem Park eine solch genossenschaftlich getragene Überbauung mit 98 Wohnungen entstanden, für Senioren und Singles genauso wie Patchwork-Familien und Paare.

Rapp hat mit dem Wettbewerbsprojekt ‚Blume‘ die Jury überzeugt und die Überbauung als Generalplaner ‚alles aus einer Hand‘ realisiert.

In guter Nachbarschaft

Leitgedanke des Entwurfs ist die Assoziation von Blüten – schwebende, radial aufgebaute Strukturen. Architektonische Umsetzung findet der Gedanke in den Gebäudegrundformen über Spiegelung und Drehung für verschiedene Blick- und Wohnungsausrichtungen sowie mehrseitige Belichtung.

«Unsere Umsetzung der Vorgaben war unkonventionell. Wir wollten die durch den Bebauungsplan vorgegebene Gebäudeanordnung aufbrechen und damit die Bauten für ein breiteres Zielpublikum interessant machen.»

Margot Meier

verantwortliche Partnerin bei Rapp Architekten

Erklärtes Ziel der Wohnbau-Genossenschaftsverbands Nordwest (wgn) war, dass die Wohnungen Interessenten aus allen Generationen ansprechen: Seniorenwohnungen mit angeschlossenem Serviceangebot des benachbarten Alterspflegeheims Humanitas Riehen ebenso wie grosse Familienwohnungen für Mehrpersonenhaushalte und flexible Wohnräume für die Vor- und Nachfamilienphase. Eine Tiefgarage bietet Platz für die Privatfahrzeuge der Mieterschaft und der Mitarbeitenden des Alterspflegeheims. Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) hat diesem Konzept im Rahmen des Wohnungs-Bewertungs-Systems einen hohen Gebrauchswert attestiert. Dank der hohen Punktzahl in den drei Bereichen Wohnstandort, Wohnanlage und Wohnung erhielt das Projekt maximale Fördermittel zugesprochen.

Die Vorgabe des wgn war ein zukunftsorientiertes Konzept der Nachhaltigkeit. Zeitgemäss, langlebig und wertbeständig – so lässt sich der Ausbaustandard der Wohnräume zusammenfassen. Wesentliche Elemente sind nebst der zentralsymmetrischen Grundrissanordnung die grosszügigen Balkone sowie die hinterlüftete, helle Terrakotta-Fassade.

«Der intensive Dialog, den wir mit dem Generalplanerteam über die gesamte Planungs- und Realisierungsphase verfolgt haben, hat letztlich ein so herausragendes Resultat hervorgebracht.»

Martin Huber

Bereichsleiter Bau & Unterhalt wgn

Wohnen und Begegnen im Park

Die Gestaltung des Aussenraums spiegelt Charakteristik und gute Wohnqualität von Riehen wider. Auch heute prägen zahlreiche herrschaftliche Häuser, eingebettet in grosszügige Parkanlagen, das Bild der Gemeinde. So ergänzt eine sorgfältig gestaltete barrierefreie Gartenanlage die Wohnbauten. Das Motto «Wohnen und begegnen» ist überzeugend umgesetzt: Das nördlich der Überbauung angrenzende Freizeitzentrum Landauer ist leicht erreichbar, ohne dass eine Strasse überquert werden muss. Ebenfalls über Gehwege verbunden ist das Alterspflegeheim Humanitas mit einer Cafeteria für Bewohner und Gäste.

50'500 m3

Gebäudevolumen

9'500 m2

Umgebungsfläche

98 Mietwohnungen

Minergie-P

85 & 297 Abstellplätze

85 unterirdisch für PW und Motorräder; 297 für Velos

Wohnbau-Genossenschaft Nordwest wgn

Der wgn wurde 1983 von 45 Wohnbaugenossenschaften aus der Region Nordwestschweiz gegründet. Heute ist die Trägerschaft breiter abgestützt. Anteilscheininhaber sind auch Firmen, Banken, Versicherungen, Pensionskassen und Privatpersonen. Diese über 230 Inhaber teilen sich ein Anteilscheinkapital von über 25 Millionen Franken. Als gemeinnütziger Wohnbauträger setzt sich der wgn für die Erstel- lung, den Kauf und die Verwaltung von preisgünstigem und kostendeckendem Wohnraum ein. Hauptzielgruppen sind dabei Familien, ältere Menschen und Haushalte mit geringerem Einkommen.

www.wgn.ch