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Wasser für die Felder von Magunguli

Nach dem Bau eines Speichers für die sichere Aufbewahrung von Lebensmitteln richtet sich der Fokus nun auf die Druckbewässerung der Felder. Unsere Ingenieure überprüften vor Ort den Einsatz der Pilotanlage und schätzten das Ausbaupotential ab.

Wasser für die Felder von Magunguli

Seit 2012 engagiert sich die Rapp Gruppe in Magunguli – einem kleinen Dorf im Süden von Tansania. Klein ist aber relativ, so hat Magunguli rund 4‘000 Einwohner. Die meisten Einwohner von Magunguli verdienen ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft. Die 33‘500 ha Felder von Magunguli liegen am Fuss eines steilen Hanges, der sich bis in die Flutebene des Little Ruaha Rivers erstreckt. Während der dreimonatigen Trockenzeit können die Felder nur mit Bewässerung bepflanzt werden, da in diesem Bereich die Bewirtschaftung während der Trockenperiode stark von der Witterung abhängig ist. Die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Anbaus liegt bei nur 60%. Vor der Unterstützung durch die Rapp Gruppe stand lediglich die Oberflächenbewässerung zur Verfügung. Diese verteilt das Wasser ineffizient und unkontrolliert, bedingt viel Handarbeit und ist für viele Pflanzen gar nicht geeignet.

In Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Entwicklungshelfer Ueli Scheuermeier planten Ingenieure der Rapp Gruppe vor zwei Jahren eine Pilotanlage für Druckbewässerung – inkl. Auswahl der passenden Materialien vor Ort. In den letzten eineinhalb Jahren haben lokale Bauern diese Anlage ohne Begleitung fertiggestellt. Diesen Herbst reisten erneut zwei Ingenieure der Rapp Gruppe nach Tansania um die neu gebaute Bewässerungsanlage zu besichtigen und mögliche Optimierungen sowie Erweiterungen zu diskutieren. Zudem ging es darum, Potenziale für weitere Druckbewässerunsgsanlagen abzuschätzen.

Ein erster Augenschein zeigte, dass man sich beim Bau der Pilotanlage mehr oder weniger an den Vorgaben orientiert hatte und sie erfolgreich betrieben wurde. Es war ein ganz besonderes Ereignis, in den Feldern von Tansania zu stehen und zu sehen, wie vier Sprinkler die trockenen Felder bewässern. Die Zielvorstellung wurde indes massiv übertroffen: die Pilotanlage stiess bei den lokalen Bauern auf so grosses Interesse, dass zwei Monate nach der Inbetriebnahme rund 20 weitere Sprinkler im Einsatz standen!

Bei genauerem Hinsehen zeigten sich indes bei den Nachahmeranlagen sehr schnell die Schwierigkeiten. Mangels Fachwissen und schlechtem Material können diese unmöglich konstant betrieben werden, was deren Nutzen massiv senkt. Aber auch beim Pilotbau zeigte es sich, dass gegenüber der Planung dievon einem natürlichen Damm zugeführte Wassermenge deutlich geringer ausfiel als berechnet. Unter anderem sammelten sich aufgrund leichter Baufehler Schwemmstoffe in den Sprinklern, was zu deren Verstopfung führte. Die Mängel lassen sich jedoch einfach beheben. Erst dann wird der ganze Nutzen erkennbar sein: eine gleichmässige, planbare Beregnung eines ganzen Feldes mit geringem Beobachtungsaufwand.

Bezüglich des Potentials wurde schnell klar: um die Druckbewässerung grossflächig umzusetzen müssen die drei grösseren Gewässer von Magunguli angezapft werden. Dies bedingt grössere Investitionen, was in einem Land mit 7% Inflation kein leichtes Unterfangen ist. Umso wichtiger wird es sein, eine dauerhafte technische Funktionalität des Systems zu erreichen. Zudem muss zuerst aufgezeigt werden, dass die Organisation für die Unstellung der Sprinkler zwischen mehreren Feldern und die Wartung des Systems funktioniert. Denn längerfristig soll der Betrieb der Bewässerungsanlage den Bauern als Service verrechnet werden, um so den Erhalt der Anlage zu garantieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Fazit unseres Einsatz:
Wasser ist vorhanden und der Bedarf danach gewaltig! Gewaltig ist auch der Investitionsbedarf verglichen mit dem Jahresbudget der Beteiligten. Um diesen decken zu können ist ein funktionierender technischer und organisatorischer Betrieb Voraussetzung. Daran muss vorerst weiter gearbeitet werden. Deshalb soll die Pilotanlage im nächsten Schritt erweitert werden um weitere Erfahrungen mit dem Betrieb der Anlage und der Nachfrage bei den Bauern zu sammeln.

Hier liegt Magunguli

© Rapp AG Basel